Die Kanarischen Inseln haben am 5. Oktober die erste Phase ihrer Impfkampagne gegen Grippe, COVID-19 und das Respiratorische Synzytial-Virus (RSV) gestartet. Eine wichtige Neuerung ist die Ausweitung des Schutzes gegen RSV auf besonders gefährdete Erwachsene. Gleichzeitig beginnt die Grippeimpfung für drei- bis fünfjährige Kinder in den Schulen.
Das Wichtigste in Kürze
- Die erste Phase der Impfkampagne startete am 5. Oktober.
- RSV-Schutz erhalten unter anderem Menschen über 70 Jahre in Pflege- und anderen soziosanitären Einrichtungen.
- Auch jüngere Bewohner solcher Einrichtungen können bei schweren Herz- oder Atemwegserkrankungen berücksichtigt werden.
- Bestimmte besonders gefährdete Patienten außerhalb von Einrichtungen erhalten die RSV-Immunisierung über Krankenhausdienste.
- Für Säuglinge und bestimmte Hochrisikokinder wird die RSV-Immunisierung fortgeführt.
- Kinder im Alter von drei, vier und fünf Jahren können gegen Grippe intranasal und damit ohne Spritze geimpft werden.
- Die Grippeimpfung wird 2026 auch in öffentlichen, staatlich geförderten und privaten Bildungseinrichtungen angeboten.
- Die Teilnahme an der schulischen Grippeimpfung ist freiwillig.
Wer bekommt auf den Kanaren einen RSV-Schutz?
Mit dem neuen kanarischen Impfkalender wurde der Schutz gegen das Respiratorische Synzytial-Virus auf besonders gefährdete Erwachsene ausgeweitet.
Zu den vorgesehenen Gruppen gehören Menschen über 70 Jahre, die in soziosanitären Einrichtungen leben. Bei jüngeren Bewohnern solcher Einrichtungen kann die Immunisierung ebenfalls vorgesehen sein, wenn schwere Atemwegs- oder Herzerkrankungen bestehen.
Auch außerhalb von Pflege- und Betreuungseinrichtungen gibt es klar definierte Hochrisikogruppen. Dazu gehören Menschen mit bestimmten hämatologischen Krebserkrankungen sowie Empfänger einer Lungentransplantation oder einer hämatopoetischen Stammzelltransplantation. Bei diesen Patienten erfolgt das Angebot über die zuständigen Krankenhausdienste.
Die RSV-Immunisierung soll insbesondere während der Hauptsaison des Virus zwischen Oktober und März schützen.
Wo bekommt man die RSV-Immunisierung?
Der Ablauf hängt von der jeweiligen Risikogruppe ab. Bei Bewohnern von Pflege- und anderen soziosanitären Einrichtungen erfolgt die Immunisierung im Rahmen der Versorgung dieser Einrichtungen.
Für bestimmte Hochrisikopatienten, die nicht in einer solchen Einrichtung leben, nennt die kanarische Gesundheitsbehörde ausdrücklich die zuständigen Krankenhausdienste als Anlaufstelle.
Wer aufgrund einer schweren Vorerkrankung vermutet, zu einer der vorgesehenen Risikogruppen zu gehören, sollte daher beim behandelnden Arzt beziehungsweise beim zuständigen Gesundheitsdienst klären, ob die Voraussetzungen erfüllt sind.
Ist die RSV-Immunisierung für alle Menschen über 70 vorgesehen?
Nicht automatisch. Für die jetzt gestartete Kampagne nennt die kanarische Gesundheitsbehörde ausdrücklich Menschen über 70 Jahre, die in soziosanitären Einrichtungen leben.
Für Personen außerhalb solcher Einrichtungen gelten zusätzliche medizinische Kriterien. Ein Alter von mehr als 70 Jahren allein bedeutet daher nach den veröffentlichten Angaben zur aktuellen Kampagne nicht, dass automatisch ein Anspruch auf die RSV-Immunisierung besteht.
Welche RSV-Impfstoffe werden verwendet?
Bei RSV muss zwischen verschiedenen Formen der Prävention unterschieden werden. Für Erwachsene stehen Impfstoffe zur Verfügung, während bei Säuglingen im kanarischen Programm eine Immunisierung zum Schutz vor schweren RSV-Erkrankungen vorgesehen ist.
Welche konkrete Präparation im Einzelfall eingesetzt wird, hängt von Alter, Risikogruppe und den Vorgaben des kanarischen Impfprogramms ab. Die aktuelle Mitteilung der kanarischen Gesundheitsbehörde zur Kampagne nennt keine konkreten Handelsnamen. Deshalb sollte hier nicht pauschal ein bestimmter Impfstoff genannt werden.
RSV-Schutz für Säuglinge wird fortgesetzt
Auch Säuglinge werden weiterhin gegen schwere RSV-Erkrankungen geschützt. Nach den aktuellen Angaben der kanarischen Gesundheitsbehörde gilt die Immunisierung für Babys, die zu Beginn der RSV-Saison jünger als sechs Monate sind, sowie für Kinder, die während der Saison geboren werden.
Darüber hinaus können bestimmte Kinder unter 24 Monaten mit einem besonders hohen Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf einbezogen werden.
Damit unterscheidet sich dieses Programm von der neu eingeführten RSV-Impfung besonders gefährdeter Erwachsener.
Grippeimpfung für Kinder ohne Spritze
Parallel beginnt auf den Kanaren die schulische Grippeimpfung für Kinder im Alter von drei, vier und fünf Jahren. Dabei wird eine intranasale Impfung verwendet. Der Impfstoff wird über die Nase verabreicht, sodass kein Einstich notwendig ist.
Das Angebot gilt in der Saison 2026/2027 für Kinder des zweiten Zyklus der Educación Infantil. Neu ist, dass neben öffentlichen und staatlich geförderten Schulen auch private Bildungseinrichtungen einbezogen werden.
Die Impfung wird durch medizinisches Personal durchgeführt, bevorzugt durch das zuständige Team des Gesundheitszentrums beziehungsweise die Schulpflegekraft.
Müssen Eltern der Grippeimpfung zustimmen?
Ja. Die Teilnahme ist freiwillig. Eltern beziehungsweise Erziehungsberechtigte erhalten eine Einverständniserklärung und entscheiden, ob ihr Kind in der Schule geimpft werden darf.
Alternativ kann die Grippeimpfung im zuständigen Gesundheitszentrum erfolgen.
Die kanarischen Gesundheitsbehörden wollen mit dem Angebot in den Schulen nicht nur die Kinder selbst vor schweren Krankheitsverläufen schützen. Eine höhere Impfquote bei Kindern soll auch die Weitergabe der Grippe innerhalb von Familien und Schulen reduzieren.
Was gilt für die COVID-19-Impfung?
Die COVID-19-Impfung richtet sich weiterhin vor allem an besonders gefährdete Personengruppen. Anders als die Grippe weist COVID-19 nach Angaben der kanarischen Gesundheitsbehörde keine ausgeprägte saisonale Verteilung auf. Deshalb kann die Impfung für Personen, bei denen sie angezeigt ist, auch außerhalb der klassischen Herbst- und Wintersaison angeboten werden.
Sind sowohl die Grippe- als auch die COVID-19-Impfung angezeigt, empfiehlt die Gesundheitsbehörde eine gemeinsame Verabreichung. Bei der COVID-19-Impfung ist dabei ein Mindestabstand von drei Monaten zur letzten Impfdosis beziehungsweise zu einer bestätigten Infektion zu berücksichtigen.
Unsere Einordnung
Für Bewohner der Kanaren ist vor allem die neue RSV-Regelung relevant. Erstmals wird der Schutz gezielt auf besonders gefährdete Erwachsene ausgeweitet. Dabei handelt es sich jedoch nicht um eine allgemeine RSV-Impfkampagne für sämtliche Senioren.
Wer über 70 Jahre alt ist und zu Hause lebt, sollte daher nicht allein aufgrund des Alters davon ausgehen, automatisch zur aktuellen Zielgruppe zu gehören. Entscheidend sind Wohnsituation und gegebenenfalls vorhandene Risikofaktoren.
Für Familien mit Kindern im Alter von drei bis fünf Jahren wird die Grippeimpfung dagegen besonders niedrigschwellig angeboten: Sie kann direkt in der Schule und ohne Spritze erfolgen.
Quellen: Gobierno de Canarias / Servicio Canario de la Salud, Impfkalender der Autonomen Gemeinschaft der Kanarischen Inseln.
Quelle: diariodeavisos.elespanol.com
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