Ein aktueller Bericht der Stiftung Canarina und des Observatoriums für Nachhaltigkeit zeigt alarmierende Ergebnisse zur Situation der Küstenressourcen auf den Kanarischen Inseln. Laut dem Bericht, der in der Universität von La Laguna vorgestellt wurde, sind 291 von insgesamt 403 Abflussstellen, also 72%, nicht ordnungsgemäß genehmigt. Besonders betroffen ist die Insel Teneriffa, die mit 121 nicht autorisierten Abflüssen die höchste Zahl aufweist. Diese Missstände sind nicht neu; bereits im Dezember 2022 wurde Spanien vom Europäischen Gerichtshof wegen mangelhafter Abwasserbewirtschaftung verurteilt, wobei auch zwölf städtische Ballungsräume auf Teneriffa betroffen waren.
Die Experten warnen vor einem unkontrollierten Abflusssystem, das eng mit dem Tourismus verbunden ist und erhebliche Auswirkungen auf geschützte Gebiete hat. Der Bericht hebt hervor, dass jährlich vier Kilometer natürliche Küste durch menschliche Aktivitäten verloren gehen und 18% des Küstenbodens in den ersten 500 Metern vom Meer bereits verändert wurden. In touristischen Gemeinden wie Yaiza auf Lanzarote ist nahezu der gesamte verfügbare Boden künstlich umgestaltet.
Zusätzlich wird auf die gravierenden Folgen dieser Entwicklung hingewiesen, darunter der Verlust von landwirtschaftlich genutztem Boden und ein erhöhtes Risiko von Überschwemmungen, das aktuell etwa 80.000 Menschen in den Gemeinden Las Palmas de Gran Canaria, Arona und Puerto de la Cruz betrifft. Um diese kritische Situation zu bewältigen, schlagen die Autoren des Berichts zehn dringende Maßnahmen vor, darunter ein Moratorium für neue Bauprojekte in Küstennähe und die Schaffung eines permanenten Küstenobservatoriums mit Bürgerbeteiligung.
Quelle: diariodeavisos.elespanol.com
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