72% der Meeresabflüsse in Kanaren ohne gültige Genehmigung in Umwelt (Meeresabfall)

72% der Meeresabflüsse in Kanaren ohne gültige Genehmigung

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Von Thomas John - Redaktion Kanaren Nachrichten

9 Mai, 2026

Ein aktueller Bericht der Stiftung Canarina und des Observatoriums für Nachhaltigkeit zeigt alarmierende Ergebnisse zur Situation der Küstenressourcen auf den Kanarischen Inseln. Laut dem Bericht, der in der Universität von La Laguna vorgestellt wurde, sind 291 von insgesamt 403 Abflussstellen, also 72%, nicht ordnungsgemäß genehmigt. Besonders betroffen ist die Insel Teneriffa, die mit 121 nicht autorisierten Abflüssen die höchste Zahl aufweist. Diese Missstände sind nicht neu; bereits im Dezember 2022 wurde Spanien vom Europäischen Gerichtshof wegen mangelhafter Abwasserbewirtschaftung verurteilt, wobei auch zwölf städtische Ballungsräume auf Teneriffa betroffen waren.

Die Experten warnen vor einem unkontrollierten Abflusssystem, das eng mit dem Tourismus verbunden ist und erhebliche Auswirkungen auf geschützte Gebiete hat. Der Bericht hebt hervor, dass jährlich vier Kilometer natürliche Küste durch menschliche Aktivitäten verloren gehen und 18% des Küstenbodens in den ersten 500 Metern vom Meer bereits verändert wurden. In touristischen Gemeinden wie Yaiza auf Lanzarote ist nahezu der gesamte verfügbare Boden künstlich umgestaltet. Diese Entwicklungen betreffen nicht nur die Umwelt, sondern auch die Lebensqualität der Menschen, die hier leben. Für die deutschsprachige Gemeinschaft auf den Kanaren, die oft in touristischen Hotspots ansässig ist, könnte dies langfristig zu einem Rückgang der Attraktivität der Region führen.

Zusätzlich wird auf die gravierenden Folgen dieser Entwicklung hingewiesen, darunter der Verlust von landwirtschaftlich genutztem Boden und ein erhöhtes Risiko von Überschwemmungen, das aktuell etwa 80.000 Menschen in den Gemeinden Las Palmas de Gran Canaria, Arona und Puerto de la Cruz betrifft. Diese Gemeinden sind nicht nur touristische Anziehungspunkte, sondern auch Heimat vieler deutscher Auswanderer und Rentner. Ein Anstieg von Überschwemmungen könnte nicht nur die Infrastruktur gefährden, sondern auch die Immobilienpreise in den betroffenen Gebieten destabilisieren.

Um diese kritische Situation zu bewältigen, schlagen die Autoren des Berichts zehn dringende Maßnahmen vor, darunter ein Moratorium für neue Bauprojekte in Küstennähe und die Schaffung eines permanenten Küstenobservatoriums mit Bürgerbeteiligung. Dies könnte für die deutschsprachige Bevölkerung auf den Kanaren eine Chance darstellen, aktiv an der Gestaltung einer nachhaltigeren Zukunft mitzuwirken. Der Schutz der Küsten und die richtige Abwasserbewirtschaftung sind nicht nur ökologische Notwendigkeiten, sondern auch entscheidend für die wirtschaftliche Stabilität der Region.

Die Diskussion über die Küstenressourcen und die damit verbundenen Herausforderungen ist also nicht nur eine Frage des Umweltschutzes, sondern betrifft auch die Lebensqualität und die wirtschaftlichen Perspektiven der hier lebenden Menschen. Es ist an der Zeit, dass die verantwortlichen Institutionen und die Bürger gemeinsam an Lösungen arbeiten, die sowohl die natürlichen Ressourcen schützen als auch die Bedürfnisse der Gemeinschaft berücksichtigen. Die kommenden Monate werden entscheidend dafür sein, ob und wie diese Maßnahmen umgesetzt werden können.

Hinweis: Diese Kurzmeldung wurde redaktionell aufbereitet und basiert auf öffentlich zugänglichen spanischen Quellen. Inhalte werden geprüft und verständlich zusammengefasst.

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