Die Kanarischen Inseln stehen vor einem Sommer mit überdurchschnittlichen Temperaturen und einer erhöhten Luftfeuchtigkeit. Die Staatliche Meteorologische Agentur Aemet hat Prognosen veröffentlicht, die auf wärmeres und feuchteres Wetter als in den Vorjahren hindeuten. Víctor Quintero, regionaler Delegierter von Aemet in Santa Cruz de Tenerife, warnte jedoch davor, diese Vorhersagen vorschnell als Hinweis auf bevorstehende Hitzewellen zu interpretieren. Er betonte, dass es noch zu früh sei, um exakte Extremwetterereignisse zu prognostizieren.
Bei einer Pressekonferenz mit Javier Plata, dem stellvertretenden Regierungschef der Provinz, stellte Quintero die Wetterentwicklung des Frühlings und die Aussichten für den Sommer vor. Die Temperaturmodelle zeigen für die kommenden Wochen, bis mindestens Mitte Juli, Werte über dem langjährigen Mittel. Bereits bis zum 14. Juni lagen die Temperaturen über den üblichen Werten, während die Niederschlagsmengen bisher gering ausfielen und damit den Erwartungen für den Frühsommer entsprachen.
Für Juli und August prognostiziert Aemet eine erhöhte Wahrscheinlichkeit sowohl für höhere Temperaturen als auch für Niederschläge über dem historischen Durchschnitt. Diese Kombination aus Wärme und Feuchtigkeit könnte insbesondere für Urlauber und Bewohner der Inseln eine Herausforderung darstellen. Für den traditionellen Abend der Nacht von San Juan sagte Quintero leichte Regenfälle voraus, die vor allem die Nordhänge der westlichen Inseln sowie Gran Canaria betreffen könnten. In einigen Gebieten sei auch mäßiger Regen möglich.
Ein Blick zurück zeigt, dass der „klimatologische Frühling“ von März bis Mai auf den Kanaren ungewöhnlich feucht und leicht kühler als üblich war. Quintero bezeichnete diesen Zeitraum als den nassesten Frühling seit Beginn der Aufzeichnungen. Verantwortlich dafür waren die Stürme Regina und vor allem Therese, die zu extremen Niederschlagsmengen führten. So fiel im März mit durchschnittlich 144,6 Millimetern Regen 456 Prozent mehr als im langjährigen Mittel. Auch der April war mit 23,9 Millimetern und einem Plus von 165 Prozent deutlich nasser als normal. Im Mai summierte sich die Niederschlagsmenge auf 11,5 Millimeter, was einem Anstieg von 235 Prozent entspricht.
Diese außergewöhnlichen Regenmengen beeinflussen die Wasserreserven der Inseln und wirken sich auf die Landwirtschaft und das Risiko von Überschwemmungen aus. Gleichzeitig könnten die anhaltend feuchten Bedingungen den Sommerverlauf prägen, indem sie die Luftfeuchtigkeit erhöhen und möglicherweise auch zu lokalen Gewittern führen.
Für Urlauber auf den Kanaren bedeutet die Prognose, dass sie sich auf warme Tage einstellen sollten, aber auch auf ein höheres Risiko für Regen, insbesondere in den Abendstunden und in höheren Lagen. Bewohner und Auswanderer sollten die Wetterwarnungen aufmerksam verfolgen, um sich auf mögliche wetterbedingte Einschränkungen einzustellen. Insgesamt zeigt sich, dass der Sommer 2024 auf den Kanaren durch eine Kombination aus Wärme und Feuchtigkeit geprägt sein wird, die von den meteorologischen Diensten genau beobachtet wird.
Quelle: tenerifeweekly.com
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