Das Cabildo von Teneriffa hat einen umfassenden Mobilitätsplan für den Naturpark Anaga vorgestellt, der den Verkehr in der Region regulieren und nachhaltige Transportmöglichkeiten fördern soll. Ein zentrales Element des Plans ist die mögliche Einführung einer Pflicht, Bus-Tickets für den Zugang zu den Wanderwegen im Anaga-Gebiet zu erwerben. Diese Maßnahme soll den Besucherandrang steuern und die Belastung der sensiblen Naturlandschaft verringern.
Der Plan, der im Dezember 2024 in Auftrag gegeben wurde, umfasst insgesamt 24 Maßnahmen, verteilt auf acht Handlungsfelder. Er wurde den lokalen Gemeinden und Anwohnern zur Prüfung vorgelegt, die ihre Rückmeldungen bis September abgeben sollen. Eulalia García, die Mobilitätsrätin der Insel, erläuterte bei einer Sitzung des Cabildos die geplanten Schritte, darunter die Regulierung des privaten Fahrzeugverkehrs, die Einführung von Zugangssensoren sowie den Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs. Zudem soll eine digitale Plattform für die Buchung von Parkplätzen und Verkehrsmitteln eingerichtet werden, um die Besucherströme besser zu steuern.
Ein wichtiger Fokus liegt auf der Verbesserung der Mobilität rund um den Pico del Inglés, einem beliebten Ausgangspunkt für Wanderungen im Anaga-Gebirge. Dort sind Projekte zur Einrichtung von Park-and-Ride-Systemen geplant, um den Individualverkehr zu reduzieren. Ein entsprechendes Park-and-Ride-Angebot in La Laguna ist Teil der Maßnahmen, wobei die Umsetzung noch auf Rückmeldungen und weitere Planungsschritte wartet. Kritik gab es von Seiten des sozialistischen Ratsmitglieds Javier Rodríguez, der der Regierung mangelnde Glaubwürdigkeit vorwarf, da frühere Zusagen etwa zur Einrichtung von Park-and-Ride-Anlagen am Las-Canteras-Gebiet bisher nicht erfüllt wurden. Mobilitätsrätin García verwies in diesem Zusammenhang auf ein im April 2025 eingeführtes Protokoll, das die Größe touristischer Busse in Anaga begrenzt, um die Verkehrsbelastung zu reduzieren.
Auch die Zugangsregelungen zu den Wanderwegen sollen verschärft werden: Blanca Pérez, Rätin für natürliche Ressourcen, kündigte an, die Zufahrten zu den ländlichen Gebieten besser zu kontrollieren. Ziel ist es, den Wettbewerb um begrenzte Parkplätze zu vermeiden und den Schutz der Natur sicherzustellen. Die Einführung eines Systems, das den Zugang zu Fußwegen über Buchung und Ticketkauf regelt, könnte somit bald Realität werden. Dies würde nicht nur die Besucherlenkung verbessern, sondern auch die Umweltbelastung durch den Individualverkehr spürbar verringern.
Neben den Mobilitätsmaßnahmen hat das Cabildo eine Budgetanpassung von rund 10 Millionen Pfund beschlossen. Ein Teil davon, etwa 3,3 Millionen Pfund, fließt in den Bau von beschatteten Bereichen an 77 Schulen in Santa Cruz, La Laguna und Tegueste, von denen über 24.000 Schüler profitieren sollen. Weitere Gelder sind für den Ausbau der Glasfaserinfrastruktur im Teide-Nationalpark vorgesehen sowie für die Entwicklung eines Parkplatzreservierungssystems und den weiteren Ausbau von Park-and-Ride-Anlagen in Anaga mit knapp 96.000 Pfund.
Für Bewohner, Urlauber und Auswanderer auf den Kanaren bedeutet der neue Mobilitätsplan eine spürbare Veränderung. Wer den Anaga-Naturpark besuchen will, sollte sich auf neue Zugangsregelungen einstellen, die mehr Planung und gegebenenfalls den Kauf von Tickets für Busfahrten voraussetzen. Gleichzeitig sollen die Maßnahmen den Naturschutz stärken und die Lebensqualität der Anwohner verbessern, indem der Straßenverkehr reduziert und nachhaltige Alternativen gefördert werden. Die kommenden Monate werden zeigen, wie die Rückmeldungen der Bevölkerung in die endgültige Umsetzung einfließen und welche konkreten Regelungen in Kraft treten.
Quelle: tenerifeweekly.com
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