Teneriffa zieht jährlich rund sechs Millionen Besucher an, doch viele unterschätzen die lokalen Gefahrenquellen im Umgang mit Sonne, Meer und Gebirgsstraßen. Die Kombination aus extremer UV-Strahlung, tückischen Meeresströmungen und anspruchsvollen Verkehrs- und Wanderbedingungen führt regelmäßig zu vermeidbaren Notfällen. Für Urlauber, Einheimische und Auswanderer ist das Verständnis dieser Risiken entscheidend für einen sicheren Aufenthalt.
Geografisch liegt Teneriffa näher an der Sahara als am spanischen Festland, was sich in einer im Sommer oft extrem hohen UV-Belastung niederschlägt. Der UV-Index erreicht häufig Werte von 9 bis 10, die laut Weltgesundheitsorganisation als extrem gelten. Die stets wehenden Atlantikbrisen vermitteln dabei ein falsches Gefühl von Kühle, während die Haut dennoch stark geschädigt wird. Besonders in den Mittagsstunden zwischen 12 und 16 Uhr ist die Sonneneinstrahlung gefährlich. Ein Sonnenschutz mit Lichtschutzfaktor 50 ist unerlässlich und sollte alle anderthalb Stunden erneuert werden, da Schwitzen und Baden den Schutz reduzieren.
Auch bei bewölktem Himmel schützt die Wolkendecke nicht ausreichend vor UV-Strahlung, was oft unterschätzt wird. Neben dem Sonnenschutz besteht eine weitere gravierende Gefahr im Wasser: Rip-Strömungen. Diese starken Meeresströmungen können Schwimmer schnell von der Küste wegziehen. Ihre Erkennung ist schwierig, da sie sich durch ruhigere Wasserflächen oder Farbunterschiede bemerkbar machen. Wer von einer solchen Strömung erfasst wird, sollte nicht gegen sie anschwimmen, sondern parallel zum Strand schwimmen, bis sich die Kraft der Strömung verringert und man wieder zurück ans Ufer schwimmen kann. Die Flaggen an den überwachten Stränden geben klare Hinweise auf die Sicherheit: Grün bedeutet sichere Badebedingungen, Gelb erfordert Vorsicht und Nähe zum Ufer, Rot signalisiert ein Badeverbot.
Die nordseitigen und abgelegenen Strände Teneriffas gelten als besonders gefährlich, da sie oft keine Rettungsschwimmer vor Ort haben, starke Strömungen aufweisen und vulkanische Felsen das Baden erschweren. Ein Aufenthalt in diesen Gebieten sollte nur bei ruhigem Meer erfolgen und mit ausreichend Kenntnis der örtlichen Bedingungen.
Verkehrssicherheit ist ein weiterer wichtiger Aspekt. Die TF-1 Autobahn, die den Süden mit Santa Cruz de Tenerife verbindet, ist gut ausgebaut und einfach zu befahren. Die Bergstraßen in den Anaga- und Teno-Gebieten stellen jedoch eine Herausforderung dar: enge, einspurige Strecken ohne Schutzplanken, scharfe Kurven und steile Abhänge erfordern besondere Vorsicht. Navigation per Smartphone kann hier irreführend sein, da einige Routen technisch befahrbar, aber nicht für Mietfahrzeuge geeignet sind. Eine traditionelle Karte sollte zum Abgleich mit digitalen Hilfsmitteln bereitliegen. Parken auf diesen engen Straßen ist problematisch, da Halten oft den Verkehr blockiert und bei Einheimischen schnell für Ärger sorgt.
Wandertouren auf Teneriffa erfreuen sich großer Beliebtheit, sind aber nicht ungefährlich. Die Routen im Anaga-Gebirge, durch das Masca-Tal oder rund um den Teide verlangen gute Vorbereitung. Hauptfehler sind zu wenig mitgeführtes Wasser und ungeeignetes Schuhwerk. Die trockene Luft in höheren Lagen lässt Wasservorräte schneller schwinden, weshalb ein großzügiger Verbrauch empfohlen wird. Die vulkanischen Wege sind durch scharfe und unregelmäßige Felsen geprägt, die festes, geschlossenes Schuhwerk notwendig machen.
Die lokalen Rettungskräfte und Behörden überwachen die Strände mit einem etablierten Flaggen-System und sind Ansprechpartner bei Notfällen. Spezielle Maßnahmen wie Informationskampagnen zur Vermeidung von Ertrinkungsunfällen und Verkehrssicherheitsprogramme adressieren jährlich wiederkehrende Risiken. Wer sich an die Hinweise hält, kann die Schönheit Teneriffas sicher erleben.
Für Besucher empfiehlt sich, das Verhalten im Wasser konsequent an die Flaggen und Hinweise der Rettungsschwimmer anzupassen, die Sonne mit hohem Lichtschutz zu respektieren und für Wanderungen ausreichend Wasser und geeignetes Schuhwerk mitzunehmen. Autofahrer sollten Bergstraßen nur bei Tageslicht und entspanntem Fahrstil befahren sowie bei Unklarheiten über die Straßenführung anhalten und nachprüfen. So lassen sich die häufigsten Unfallquellen auf der Insel deutlich reduzieren.
Quelle: tenerifeweekly.com
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