Die lokalen Polizeikräfte in Santa Cruz de Tenerife haben beschlossen, ihre freiwilligen Dienste außerhalb der regulären Arbeitszeit bis auf Weiteres auszusetzen. Dies betrifft den Verzicht auf Einsätze bei außerordentlichen Veranstaltungen, speziellen Sicherheitsdiensten und anderen Aktivitäten, die über die gewöhnlichen Dienstpflichten hinausgehen. Die Entscheidung fiel auf einer Versammlung, an der rund zwei Drittel der Belegschaft teilnahmen, und soll so lange gelten, bis einzelne Beamte sie ausdrücklich aufheben.
Hintergrund der Arbeitsniederlegung ist ein langanhaltender Konflikt zwischen der Polizei und dem Rathaus von Santa Cruz. Die Einsatzkräfte kritisieren die wiederholte Missachtung zuvor getroffener Vereinbarungen durch die Stadtverwaltung sowie ausstehende Fortschritte bei der Anpassung ihrer Stellenbewertung. Konkret fordern die Polizeibeamten, ihre Positionen finanziell und kategorisch mit vergleichbaren Verwaltungsangestellten wie Technikern oder Hilfskräften gleichzustellen. Die Stadtverwaltung verweist auf die hohen Kosten von etwa 1,5 Millionen Euro, die eine solche Neuregelung der Gehälter mit sich bringen würde.
Die Auseinandersetzung wird von mehreren Gewerkschaften begleitet, darunter Asipal, CC.OO., Intersindical Canaria und UGT, die gemeinsam die Interessen der Polizei vertreten und den Beschluss der Versammlung unterstützen. Eine weitere Gewerkschaft, CSIF, distanzierte sich zwar von der Maßnahme, kündigte aber an, diese dennoch zu respektieren. Die Sicherheitsbeauftragte der Stadt, Gladis de León, erklärte, dass die Forderungen der Polizei bei der bevorstehenden Sitzung der Sektoralen Arbeitsgruppe weiter geprüft werden sollen.
Die Folgen dieser Arbeitsniederlegung sind in Santa Cruz spürbar. Ohne ausreichende freiwillige Einsatzkräfte drohen Einschränkungen bei der Absicherung öffentlicher Veranstaltungen wie Konzerten, kulturellen Festen oder besonderen städtischen Aktivitäten. Dies betrifft sowohl die Einwohner als auch Touristen, die auf die Präsenz der Polizei bei solchen Events angewiesen sind.
Santa Cruz de Tenerife ist als Hauptstadt der Insel Teneriffa und bedeutender Tourismusstandort besonders auf eine verlässliche Polizeipräsenz angewiesen, um öffentliche Sicherheit und reibungslose Abläufe bei Veranstaltungen zu gewährleisten. Die aktuelle Lage zeigt deutlich, dass ungelöste Arbeitskonflikte die städtische Infrastruktur und das kulturelle Leben direkt beeinträchtigen können.
Die Forderung nach einer besseren Stellenbewertung ist eng verknüpft mit dem Anspruch der Polizei auf Anerkennung ihrer geleisteten Arbeit und der Gleichbehandlung im öffentlichen Dienst. Die ablehnende Haltung der Stadt gegenüber der geforderten Gehaltserhöhung verweist auf finanzielle Restriktionen, die auch andere Bereiche der Kommunalverwaltung betreffen. Die anstehende Sitzung der Sektoralen Arbeitsgruppe wird zeigen, ob erstmals Bewegung in die festgefahrenen Verhandlungen kommt.
Bis dahin bleibt die Aussetzung der freiwilligen Dienste in Kraft, was für die Organisation und Durchführung von außerplanmäßigen Einsätzen und Veranstaltungen in Santa Cruz eine Herausforderung darstellt. Die wachsende Geduld der Polizeibeamten und das politische Ringen um Lösungen stehen im Fokus der kommenden Wochen.
Quelle: diariodeavisos.elespanol.com
Zum Original