Immobilienkauf auf den Kanaren erfordert hohe Eigenkapitalrücklagen von rund 74.000 Euro – Wohnen (Immobilienbuero)

Immobilienkauf auf den Kanaren erfordert hohe Eigenkapitalrücklagen von rund 74.000 Euro

User avatar placeholder
Von Thomas John - Redaktion Kanaren Nachrichten

22 Juli, 2026

Wer auf den Kanarischen Inseln eine durchschnittliche Immobilie kaufen möchte, muss zunächst etwa 74.000 Euro an Eigenkapital angespart haben. Diese Summe liegt deutlich über dem Bedarf in anderen spanischen Regionen und macht die Kanaren zu einer der Gebiete mit den höchsten Einstiegshürden beim Immobilienerwerb. Trotz einer oft gewährten Finanzierung von bis zu 80 Prozent des Kaufpreises durch Banken müssen Käufer zusätzlich 20 Prozent des Immobilienwertes sowie Steuern und Nebenkosten aus eigenen Mitteln stemmen.

Im Vergleich dazu liegt die erforderliche Eigenkapitalmenge in Andalusien rund 11.000 Euro niedriger, in der Valencianischen Gemeinschaft etwa 7.000 Euro und in der Extremadura sogar 42.500 Euro unter dem Wert der Kanaren. Die außergewöhnlich hohen Anforderungen resultieren nicht nur aus den Immobilienpreisen, sondern auch aus dem steigenden Kostendruck bei Nebenkosten und Steuern. Dies führt dazu, dass viele Familien, obwohl sie monatlich eine Hypothekenrate zahlen könnten, am Anfang scheitern, weil ihnen die hohen Ersparnisse fehlen.

Die finanzielle Einstiegshürde beeinflusst das Käuferverhalten deutlich: Das Durchschnittsalter der Erstkäufer auf den Kanaren liegt mittlerweile bei über 39 Jahren. Zudem reduzieren 41 Prozent der Käufer ihr Budget, um mit den vorhandenen Ersparnissen auszukommen. 18 Prozent weichen bei der Wahl des Standorts auf günstigere Gemeinden innerhalb der Inseln aus, um den Kauf zu ermöglichen.

Familienunterstützung spielt dabei eine zentrale Rolle: Bei 78 Prozent der Erstkäufe wird die Anzahlung durch Verwandte unterstützt – sei es durch Schenkungen, zinsfreie Darlehen oder Vorauszahlungen von Eigentum. Diese Entwicklung hat sich in den letzten Jahren stark verstärkt und ist für viele der entscheidende Faktor, um überhaupt Eigentum erwerben zu können. Ohne diese Unterstützung verschieben 36 Prozent der potenziellen Käufer ihren Kauf, obwohl sie über ausreichend Einkommen für die monatliche Hypothekenrate verfügen.

Die Analyse verdeutlicht, dass auf den Kanaren nicht nur die Bonität für die Kreditaufnahme entscheidend ist, sondern vor allem die Fähigkeit, hohe Eigenkapitalreserven zu bilden. Diese Situation führt zu einer Verzögerung beim Erwerb der ersten Immobilie und verändert die Marktstrukturen. Für Bewohner der Inseln, potenzielle Auswanderer und Urlauber, die eine Immobilie erwerben möchten, bedeutet dies, dass finanzielle Vorbereitung und familiärer Rückhalt für den Immobilienerwerb unerlässlich sind. Die künftige Entwicklung des Wohnungsmarktes wird davon abhängen, wie sich diese hohen Eigenkapitalanforderungen weiter auf Nachfrage und Preise auswirken.

Quelle: diariodeavisos.elespanol.com
Zum Original

Hinweis: Diese Kurzmeldung wurde redaktionell aufbereitet und basiert auf öffentlich zugänglichen spanischen Quellen. Inhalte werden geprüft und verständlich zusammengefasst.

Deutschsprachige Kleinanzeigen für alle Kanaren-Inseln: Immobilien, Jobs, Fahrzeuge, Dienstleistungen und mehr – jetzt Angebote entdecken oder kostenlos inserieren.

→ Anzeigen entdecken