Der Tourismus in Las Palmas de Gran Canaria gilt als wichtige wirtschaftliche Säule, die zur Entwicklung der Stadt beitragen kann. Mary Angels Serra, Beraterin für Tourismusstrategie, stellt klar, dass die gegenwärtige Wohnungsnot nicht durch den Tourismus verursacht wurde, sondern vor allem auf den fehlenden öffentlichen Wohnungsbau in den vergangenen 40 Jahren zurückzuführen ist. Sie betont, dass der Tourismus als wirtschaftliche Aktivität in die Stadtentwicklung integriert werden muss, damit die Bevölkerung dessen Nutzen spürt und der Tourismus nicht als Problem wahrgenommen wird.
Serra fordert eine strengere Regulierung von touristischen Wohnungen, die nicht nur auf dem Papier bestehen, sondern auch mit Sanktionen durchgesetzt werden müssen. Die Einnahmen aus dem Tourismus sollten gezielt eingesetzt werden, um negative Auswirkungen zu mildern und die Infrastruktur zu verbessern. Im Gegensatz zu einer bloßen Einnahmenerzielung müsse die Verwendung der Tourismussteuer die Stadt und ihre Bewohner direkt unterstützen. Beispiele aus anderen Regionen wie Katalonien zeigen, dass eine solche Steuer keine abschreckende Wirkung auf Besucher hat.
Las Palmas hat sich in den letzten Jahren als Reiseziel etabliert, doch anstatt den Tourismus weiter auszubauen, soll die Qualität des Angebots verbessert werden. Serra hebt hervor, dass es wichtig sei, die Aufenthaltsdauer der Gäste zu verlängern und ihnen die lokale Kultur, Gastronomie und verborgene Ecken der Stadt näherzubringen. Dabei spielen auch Kreuzfahrttouristen eine Rolle: Sie bieten Potenzial, wenn es gelingt, sie zu längeren Aufenthalten zu motivieren.
Eine weitere Herausforderung liegt in der Koordination zwischen verschiedenen Institutionen wie dem Patronato de Turismo, den Inselbehörden, dem Hafen und dem Flughafen, die oft unterschiedliche Interessen verfolgen. Serra betont die Notwendigkeit einer besseren Zusammenarbeit, um die touristische Entwicklung nachhaltig und effizient zu gestalten.
Das strategische Ziel ist, den Tourismus nicht nur als Wirtschaftsfaktor zu sehen, sondern als Motor für eine lebenswertere Stadt. Die kommenden Jahre sollen genutzt werden, um bestehende touristische Produkte zu verbessern und das natürliche Umfeld optimal einzubinden. Die Stadtverwaltung und alle beteiligten Akteure sind aufgefordert, gemeinsam an einer transparenten und nachhaltigen Tourismusstrategie zu arbeiten, die sowohl den Bewohnern als auch den Besuchern zugutekommt.
Quelle: laprovincia.es
Zum Original

