In La Laguna wurde der wichtige Schritt zur Errichtung des Canarischen Romasoziokulturellen Zentrums eingeleitet. Das Zentrum soll im Stadtteil Candelaria von La Cuesta entstehen, einem Gebiet mit einer bedeutenden romanischen Bevölkerung auf den Kanarischen Inseln. Die Planungsphase für das Gebäude hat begonnen, wobei mit der Ausschreibung für den Entwurf und die Bauüberwachung bereits ein Budget von über 340.000 Pfund veranschlagt wurde.
Das Zentrum wird als öffentlicher Raum konzipiert, der Gemeinschaftsaktivitäten ermöglicht und die Bedürfnisse der Romagemeinschaft adressiert. Gleichzeitig soll es die Integration der Romani in die breitere lokale Gesellschaft fördern. Die Planung umfasst eine etwa achtmonatige Frist, aufgeteilt in drei Monate für den Basisentwurf und fünf Monate für die Ausführungsplanung.
Bürgermeister Luis Yeray Gutiérrez betonte, dass das Projekt eine langjährige Forderung der Romagemeinschaft aufgreift. Es soll nicht nur als kultureller Treffpunkt dienen, sondern auch soziale Inklusion, Integration und kulturelle Dynamik auf den Inseln fördern. Die Gemeinde sieht das Zentrum als Instrument, um lokale Politiken zur Förderung von Gleichstellung und gegen Diskriminierung zu unterstützen.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Stärkung romanischer Frauen. Die Arbeit der Frauenvereinigung Romi Kamela Nakerar, unter Leitung von Josefa Santiago, wird dabei anerkannt und soll im Zentrum weiter unterstützt werden.
Ángel Chinea, der Stadtrat für Bauwesen, Infrastruktur und Barrierefreiheit, hob hervor, dass das architektonische Konzept den sozialen Bedürfnissen gerecht werden soll und so die Funktionalität für die Gemeinschaft gewährleistet wird.
Die Romanibevölkerung in La Laguna zählt zu den ältesten und größten auf den Kanarischen Inseln. Nach dem Zweiten Weltkrieg wuchs diese Gemeinschaft, als zurückkehrende Romanisoldaten mit ihren Familien die Inseln verstärkten. Forschungsergebnisse von Professor José Carmona Santiago zeigen, dass trotz guter Bildungschancen für Kinder und einige Frauen, gesellschaftliche Veränderungen neue Herausforderungen und Verwundbarkeiten geschaffen haben.
Das neue Zentrum in Candelaria soll daher mehr sein als ein Gebäude. Es ist als stabiler Ort zum Erhalt des kulturellen Erbes, zur Unterstützung von Familien, Förderung von Bildung und zur Einbindung der Romani in das kommunale Leben geplant. Damit wird ein Raum geschaffen, der die soziale Kohäsion in der Region nachhaltig stärken soll.
Quelle: tenerifeweekly.com
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