Seit November 2025 bietet das Projekt ‚Mejora‘ in Las Palmas de Gran Canaria eine umfassende Betreuung für obdachlose Menschen mit Suchterkrankungen und psychischen Problemen. Ziel ist es, diesen besonders verletzlichen Personen durch spezialisierte Teams direkt an ihren Aufenthaltsorten eine medizinische und psychosoziale Versorgung zu ermöglichen, um ihre soziale und funktionale Integration zu verbessern. Bislang wurden etwa sechzig Betroffene individuell begleitet, darunter auch fünfzehn Frauen, die an geschlechtsspezifischen Unterstützungsangeboten teilnahmen.
Die Initiative wird vom Servicio Canario de la Salud (SCS) über die Dirección General de Salud Mental y Adicciones in Zusammenarbeit mit der Fundación Canaria Yrichen umgesetzt. Die Teams arbeiten mobil und multidisziplinär, um die Menschen an Orten wie Stränden, Brachflächen und informellen Siedlungen aufzusuchen. Das Projekt umfasst neben der direkten Gesundheitsversorgung auch psychosoziale Begleitung, Schadensminderung, Gesundheitsförderung sowie die Verteilung von Hilfsmaterialien.
Im Juni 2026 startete auf Teneriffa eine vergleichbare Maßnahme namens ‚Proyecto puentes en salud‘, die sich ebenfalls an obdachlose Menschen mit Suchterkrankungen richtet und einen besonderen Fokus auf die geschlechtsspezifischen Bedürfnisse legt. Dort kooperiert der SCS mit Ärzten der Organisation Médicos del Mundo Canarias.
Besondere Aufmerksamkeit gilt den Frauen ohne festen Wohnsitz, die oft mit spezifischen Barrieren und Gefährdungen konfrontiert sind. Für sie werden spezielle psychosoziale Gruppen, Angebote zur sexuellen und reproduktiven Gesundheit sowie Unterstützung bei Gewaltopferhilfe bereitgestellt. Die Projekte setzen damit auf eine gendersensible Herangehensweise, um den besonderen Herausforderungen dieser Gruppe gerecht zu werden.
Die mobilen Teams arbeiten eng mit bestehenden Einrichtungen der Suchthilfe, der Primärversorgung und der sozialen Dienste zusammen. Durch den Aufbau von Vertrauensverhältnissen und individuelle Begleitung sollen die Betroffenen schrittweise an reguläre Hilfesysteme angebunden werden. Eine begleitende Kommission überwacht die Ergebnisse, um das Angebot kontinuierlich weiterzuentwickeln und auf weitere Gemeinden der Kanarischen Inseln auszudehnen.
Mit diesen Maßnahmen reagiert der SCS auf die komplexen gesundheitlichen und sozialen Bedürfnisse obdachloser Menschen mit Suchterkrankungen und psychischen Problemen. Die Versorgung erfolgt direkt vor Ort, wodurch Zugangsbarrieren abgebaut und die Lebensqualität verbessert werden sollen. Die langfristige Strategie sieht vor, ähnliche Projekte auf weiteren Inseln zu etablieren und die Integration der Betroffenen in das öffentliche Gesundheits- und Sozialnetzwerk zu stärken.
Quelle: www3.gobiernodecanarias.org
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