Der Strand Playa Jardín in Puerto de la Cruz war am 23. und 24. Juni trotz einer behördlichen Anordnung zur Schließung wegen bakterieller Verunreinigung offen. Die kanarische Gesundheitsbehörde hatte eine Schließung eines der drei Buchtenabschnitte angeordnet, nachdem in den Wasserproben ein E.-coli-Wert von 800 Einheiten pro 100 Milliliter festgestellt wurde – deutlich über dem Grenzwert von 500 Einheiten. Während der traditionellen San-Juan-Feier strömten Tausende Besucher an den Strand, obwohl keine Warnschilder auf die Gesundheitsrisiken hinwiesen. Die öffentliche Kontrolle am 24. Juni bestätigte, dass der Stadtrat die Anordnung nicht umgesetzt hatte.
Der Bürgermeister von Puerto de la Cruz, Leopoldo Afonso, rechtfertigte das Vorgehen damit, dass die Benachrichtigung der Gesundheitsbehörde nicht offiziell gewesen sei und daher keine rechtliche Grundlage für eine Schließung bestand. Er erklärte, dass eine schriftliche Zustellung mit Empfangsbestätigung erforderlich sei. Die Gesundheitsbehörde widersprach dem und betonte, dass mündliche Mitteilungen und E-Mails übliche Kommunikationswege auf den Kanarischen Inseln seien. Afonso gab an, erst nach Ablauf der Frist von der E-Mail erfahren zu haben, obwohl offenbar Mitglieder seines Teams bereits früher informiert waren.
Während der Kontrolle gab ein Ratsmitglied an, Schilder seien von der Öffentlichkeit entfernt worden. Diese Aussage wurde von anderen kommunalen Vertretern zurückgewiesen, die erklärten, dass der Bereich El Charcón weiterhin offen gewesen sei. Die Situation verweist auf anhaltende Probleme mit der Abwasserentsorgung in der Region, die bereits zuvor zu längeren Schließungen des Strandes geführt hatten. Im August kam es zu einer weiteren Kontamination, woraufhin der Stadtrat diesmal einen Strandabschnitt schloss, nachdem die Gesundheitsbehörde die Mitteilung formal korrekt übermittelt hatte.
Die Vorfälle haben in der Region Besorgnis über die Sicherheit von Badegästen ausgelöst und Kritik von politischen Oppositionsparteien, die eine Verantwortung des Bürgermeisters und seiner Koalition für das Versäumnis sehen, die Gesundheitsschutzanweisungen umzusetzen. Die Öffnung des Strandes trotz bekannter Kontamination am Abend eines wichtigen lokalen Festes wirft Fragen zum Schutz der Besucher und zur Transparenz der Verwaltung auf.
Quelle: tenerifeweekly.com
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