Ein Boot mit ursprünglich 128 Menschen an Bord, darunter vier Frauen und ein Baby, ist nach 26 Tagen auf hoher See vor den Kanarischen Inseln aufgetrieben und von Rettungskräften entdeckt worden. Dabei wurden mehr als 80 Tote festgestellt, während nur 45 Überlebende lebend geborgen werden konnten. Fünf Leichen mussten aufgrund der schlechten Wetterbedingungen auf dem Boot verbleiben.
Das Boot war am 7. August von Gambia aus gestartet und wurde am Mittwochabend etwa 120 Kilometer südlich von Gran Canaria lokalisiert. Die Rettung erfolgte in der Nacht durch die Guardamar Urania, die das Boot zunächst versorgte. Die Überlebenden wurden am frühen Donnerstagmorgen in den Hafen von Arguineguín gebracht. Viele von ihnen waren stark erschöpft und kaum in der Lage, sich auf den Beinen zu halten. Einige litten unter Dehydration, Desorientierung und den Folgen des Trinkens von Meerwasser.
Drei der Überlebenden mussten wegen ihres kritischen Gesundheitszustands per Hubschrauber in Krankenhäuser auf Gran Canaria gebracht werden. Die übrigen wurden vor Ort medizinisch versorgt. Die vorläufigen Angaben zeigen, dass alle geretteten Personen männlich und aus Gambia oder Mali stammen. Unter den Leichen, die auf dem Boot verblieben sind, befinden sich mindestens zwei Frauen und ein Baby, wie aus ersten Berichten der Notfallhelfer hervorgeht.
Die Guardia Civil bestätigte, dass die Beschriftungen am Boot mit denen einer am 7. August gestarteten Fahrt aus Gambia übereinstimmen, was die Angaben der Überlebenden stützt. Diese berichteten bei der Betreuung durch die Rote Kreuz-Helfer, dass sie mit über 100 Personen gestartet seien und viele während der Überfahrt ums Leben gekommen seien.
Die Situation verdeutlicht die Gefahren der Überfahrt von Westafrika zu den Kanarischen Inseln, die weiterhin eine tödliche Route für Migranten darstellt. Die Rettungskräfte und medizinischen Teams sind vor Ort mit der Versorgung der Überlebenden beschäftigt, während die Behörden die Identifizierung und weitere Betreuung der Betroffenen koordinieren.
Für Anwohner und Urlauber auf den Kanaren bedeutet dies weiterhin erhöhte Aufmerksamkeit an den Küsten, da immer wieder Boote mit Migranten in der Region auftauchen. Die humanitäre Lage der Geretteten bleibt kritisch, und die medizinische Versorgung wird in den kommenden Tagen fortgesetzt. Die Behörden halten die Überwachung der Seewege aufrecht, um weitere Notfälle frühzeitig zu erkennen und zu reagieren.
Quelle: diariodeavisos.elespanol.com
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