Die Kanarischen Inseln liegen auch im aktuellen PISA-2025-Bericht unter dem spanischen Durchschnitt in den Kernkompetenzen Mathematik, Lesen und Naturwissenschaften. Dennoch fällt der Leistungsrückgang dort weniger stark aus als im landesweiten Vergleich. Dies spiegelt sich besonders in der Mathematik wider, wo die Punktzahl der Inseln von 447 auf 442 sank, während Spanien von 473 auf 457 Punkte zurückfiel. Dadurch verringert sich die Differenz von 26 auf 15 Punkte, was jedoch nicht auf eine Verbesserung der kanarischen Leistungen, sondern auf einen stärkeren Einbruch im restlichen Spanien zurückzuführen ist.
Besorgniserregend ist, dass 21,1 Prozent der 15-jährigen Schülerinnen und Schüler auf den Kanarischen Inseln in allen drei Kompetenzbereichen – Lesen, Mathematik und Naturwissenschaften – nicht das von PISA als Mindeststandard definierte Niveau 2 erreichen. Dies bedeutet, dass etwa jeder fünfte Jugendliche Schwierigkeiten hat, grundlegende Anforderungen in diesen Fächern auf Alltagssituationen anzuwenden.
In Mathematik liegt der Anteil der Schülerinnen und Schüler unter dem Basisniveau sogar bei 39,3 Prozent. Damit haben fast vier von zehn Jugendlichen Probleme, mathematische Probleme zu lösen, die das Anwenden von Wissen, Interpretieren von Informationen oder logisches Denken erfordern. PISA misst hierbei nicht nur die Fähigkeit, Rechenoperationen durchzuführen, sondern auch, mathematische Methoden sinnvoll auf reale Situationen anzuwenden.
Auch beim Lesen zeigen die Kanarischen Inseln im Vergleich zum Vorbericht einen deutlichen Rückgang von 463 auf 445 Punkte, während Spanien von 474 auf 451 Punkte fiel. Die PISA-Lesekompetenz umfasst nicht nur korrektes Lesen, sondern auch das Verstehen, Bewerten und Anwenden von Textinformationen in neuen Kontexten. Die Bedeutung dieser Fähigkeit ist besonders hoch, da sie auch für das Verständnis mathematischer und naturwissenschaftlicher Aufgaben zentral ist.
Im Bereich Naturwissenschaften erreichten die Kanarischen Inseln 469 Punkte, was einen moderateren Rückgang gegenüber 473 Punkten im Jahr 2022 bedeutet. Spanien verzeichnete einen stärkeren Rückgang von 485 auf 477 Punkte. Auch hier reduziert sich somit der Abstand, ohne dass eine tatsächliche Leistungssteigerung auf den Inseln vorliegt.
Neu im PISA-2025-Bericht ist die Bewertung der Fähigkeit zur computergestützten Problemlösung. Dabei erreichten die Kanarischen Inseln 488 Punkte, Spanien 499 Punkte und die EU durchschnittlich 495 Punkte. Diese Kompetenz misst, wie gut Schülerinnen und Schüler digitale Werkzeuge nutzen können, um Probleme zu erkennen, Strategien zu entwickeln und Lösungen zu finden. Die Ergebnisse zeigen, dass der bloße Zugang zu Technologie in Schulen nicht automatisch zu besseren Fähigkeiten in diesem Bereich führt.
Die Daten zeichnen ein differenziertes Bild: Während die Kanarischen Inseln im Vergleich zu Spanien den Rückgang der Bildungsleistungen etwas abfedern, bleibt der Bildungsstand insgesamt niedrig. Tausende Jugendliche stehen vor der Herausforderung, in einer zunehmend komplexen Welt grundlegende Kompetenzen zu erwerben, die für Studium, Beruf und gesellschaftliche Teilhabe unerlässlich sind.
Für die Bildungsentwicklung auf den Kanarischen Inseln bedeutet dies, dass gezielte Maßnahmen zur Stärkung der mathematischen Fähigkeiten, der Lesekompetenz und der naturwissenschaftlichen Bildung dringend erforderlich sind. Zudem muss die Vermittlung digitaler Problemlösekompetenzen verbessert werden, um den Anforderungen der modernen Wissensgesellschaft gerecht zu werden.
Quelle: laprovincia.es
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