Die geplante Wiederaufnahme des Costa San Juan Tourismusprojekts in Playa San Juan stößt auf scharfe Kritik von Podemos Canarias. Die Partei bezeichnet die Pläne als „authentischen Unsinn“ und warnt vor den Folgen für Teneriffa, das bereits unter erheblichem Druck durch Massentourismus leidet. Das Projekt basiert auf einer Umweltverträglichkeitsprüfung aus dem Jahr 2019, die bereits seit 2023 als abgelaufen gilt und daher keine gültige Grundlage mehr darstellt.
Besonders besorgniserregend sind die möglichen Auswirkungen auf die archäologischen Stätten rund um Aguadulce sowie auf geschützte Tierarten und natürliche Lebensräume. Die Nähe des Projekts zum Teno-Rasca Meeresschutzgebiet wirft zudem Fragen zur Sicherheit der geplanten Entwässerungssysteme auf, die das empfindliche Ökosystem gefährden könnten. Diese Punkte stehen im Zentrum der Kritik von Gabriel González, dem Tourismus- und Territorialsekretär von Podemos Canarias und Gemeinderat in Adeje.
Podemos Tenerife weist darauf hin, dass Teneriffa bereits über eine deutlich zu hohe Anzahl an touristischen Unterkünften verfügt, die die Infrastruktur der Insel massiv belasten. Dazu zählen Engpässe bei Wohnraum, Verkehr, Wasserversorgung und öffentlichen Dienstleistungen. Die Partei fordert daher eine Neubewertung der Landnutzung und die Priorisierung des Schutzes der natürlichen und kulturellen Ressourcen über die Erweiterung der touristischen Kapazitäten.
Fernando Ruiz, Kommunikationssekretär von Podemos Canarias, betont, dass die Behörden vor jeglichen weiteren Schritten die Gültigkeit der Umweltverträglichkeitsprüfung klären müssen, um irreversible Schäden zu vermeiden. Er warnt, dass das Projekt weit mehr als nur zwei Hotels umfasst und eine weitreichende Entscheidung über die zukünftige Entwicklung Teneriffas darstellt.
Die Debatte um das Costa San Juan Projekt verdeutlicht die Spannungen zwischen wirtschaftlichen Interessen im Tourismussektor und dem Schutz der Umwelt sowie des kulturellen Erbes der Insel. Für Urlauber bedeutet dies, dass sich das Landschaftsbild und die touristische Infrastruktur auf Teneriffa in naher Zukunft nur verändern werden, wenn die zuständigen Stellen klare Entscheidungen treffen. Bewohner und Kommunen sehen sich mit der Herausforderung konfrontiert, den Balanceakt zwischen touristischer Nutzung und Erhalt der Lebensqualität zu meistern.
Die weitere Entwicklung des Projekts bleibt offen, solange keine gültige Umweltprüfung vorliegt und die Risiken für Natur und Archäologie nicht umfassend bewertet sind. Damit steht auch die Frage im Raum, wie Teneriffa seine touristische Zukunft nachhaltig gestalten kann, ohne bestehende Ressourcen weiter zu strapazieren.
Quelle: tenerifeweekly.com
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