Ein aktueller Bericht der Cátedra Juan Miguel Sanjuán hebt die entscheidende Rolle der Migration für die Wirtschaft und das soziale System der Kanarischen Inseln hervor. Demnach ist der Archipel auf ausländische Arbeitskräfte angewiesen, um sowohl die wirtschaftliche Stabilität als auch die sozialen Dienste aufrechtzuerhalten. In einem Kontext, in dem eine außergewöhnliche Regelung zur Legalisierung von bis zu 40.000 Migranten in den kommenden Monaten erwartet wird, wird die Bedeutung der Zuwanderung für die Gesellschaft deutlich.
Die demografische Entwicklung in Canarias zeigt einen alarmierenden Trend: Laut dem Nationalen Statistikinstitut (INE) gab es im Jahr 2025 fast 150 ältere Menschen über 64 Jahre pro 100 Kinder unter 16 Jahren. Diese Altersstruktur erfordert dringend eine Verjüngung der Bevölkerung, die durch die Zuwanderung von Arbeitskräften erreicht werden kann. Experten betonen, dass ohne externe Arbeitskräfte ein generationaler Übergang auf dem Arbeitsmarkt nahezu unmöglich ist.
Darüber hinaus wird die Regulierung von etwa 500.000 Migranten in ganz Spanien, von denen 83,5% im erwerbsfähigen Alter sind, als Chance gesehen, den Arbeitsmarkt zu beleben. Kurzfristig könnte dies zwar zu einem Anstieg der Arbeitslosigkeit führen, da nicht alle sofort eine Anstellung finden werden, langfristig könnte es jedoch auch dazu beitragen, die Schattenwirtschaft zu reduzieren und mehr öffentliche Mittel zu generieren.
Die Schattenwirtschaft, die 2019 etwa 28% des Bruttoinlandsprodukts der Kanaren ausmachte, stellt ein erhebliches Hindernis für die wirtschaftliche Entwicklung dar. Die Komplexität der spanischen Migrations- und Arbeitsmarktpolitik trägt zur Aufrechterhaltung dieser informellen Wirtschaft bei, die viele Arbeitskräfte ausschließt. Der Bericht widerspricht auch der weit verbreiteten Annahme, dass Migranten den einheimischen Arbeitskräften die Jobs wegnehmen; stattdessen ergänzen sie oft die lokale Arbeitskraft in spezifischen Nischen.
In den Sektoren wie Bau und Landwirtschaft ist der Bedarf an ausländischen Arbeitskräften besonders hoch, da einheimische Arbeitskräfte oft nicht verfügbar sind oder die angebotenen Arbeitsbedingungen nicht akzeptieren. Die Migration wird somit als unverzichtbar für die Aufrechterhaltung und das Wachstum der Wirtschaft in Canarias angesehen.
Quelle: dariodeavisos
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