Der aktuelle Bericht des Consejo Escolar de Canarias weist auf erhebliche Defizite in der Schulbildung von Kindern unter drei Jahren hin. Während die nationale Einschulungsrate für Kinder unter zwei Jahren in Spanien bei 73,3 Prozent liegt, beträgt sie auf den Kanarischen Inseln lediglich 45,6 Prozent. Besonders alarmierend ist die Situation in der Provinz Las Palmas, wo die Einschulungsrate nur 37,4 Prozent erreicht. Diese niedrigen Werte haben weitreichende Folgen für die frühkindliche Entwicklung und die Vermeidung sozialer Ungleichheiten.
Der Bericht betont die zentrale Rolle der frühkindlichen Bildung im Alter von null bis drei Jahren, die entscheidend für die ganzheitliche Entwicklung von Kindern ist. Eine unzureichende Förderung in dieser Lebensphase hat bereits irreversible negative Auswirkungen auf mehrere Generationen von Kindern gehabt, was zu einer Verschärfung von Vulnerabilität und sozialer Ausgrenzung geführt hat. Der Bericht hebt hervor, dass in OECD-Ländern die Einschulung zwischen drei und sechs Jahren nahezu universell ist, während der Zugang zur frühkindlichen Bildung stark von den sozioökonomischen Bedingungen der Familien abhängt.
Der Consejo Escolar fordert eine verstärkte politische Initiative zur Verbesserung der Bildungsangebote für diese Altersgruppe. Dazu gehört die Notwendigkeit, mindestens 5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts für Bildung bereitzustellen, was seit Jahren gefordert wird. Zudem wird eine Verbesserung der Ausbildungsqualität und eine Erweiterung der Bildungsangebote in nicht-obligatorischen Phasen als wichtig erachtet. Die Schaffung flexibler Betreuungsangebote und eine bessere Organisation der Bildungsinfrastruktur sind ebenfalls Teil der vorgeschlagenen Maßnahmen, um die Chancengleichheit von Anfang an zu gewährleisten.
Quelle: eldiario.es
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