Die Vergabe des sozialen Konzertdienstes auf Fuerteventura, der für die Unterstützung von 120 abhängigen Personen zuständig ist, steht unter Beschuss. Drei soziale Organisationen, darunter die Asociación Solidaria Mundo Nuevo, die den Auftrag erhielt, werfen der Verwaltung Unregelmäßigkeiten vor. Diese Organisation sei nicht ausreichend qualifiziert, um den geforderten Service zu leisten. Der Cabildo von Fuerteventura, die lokale Verwaltung, verteidigt jedoch die Rechtmäßigkeit des Verfahrens und sieht die Vorwürfe eher als technische Differenzen zwischen den beteiligten Organisationen.
Der Dienst, der mit 1.722.000 Euro veranschlagt ist, soll Menschen in Abhängigkeit im eigenen Zuhause unterstützen. Die genannten Organisationen – AFFA, ACUFADE und ODESOCAN – haben bereits rechtliche Schritte eingeleitet. ODESOCAN kündigte eine Strafanzeige gegen die zuständige Abteilung für soziale Dienste an, während AFFA ein verwaltungsrechtliches Verfahren eingereicht hat, um die Vergabe bis zur Klärung der Vorwürfe auszusetzen. Diese rechtlichen Schritte könnten weitreichende Folgen für die betroffenen Familien haben, da die Qualität der Dienstleistungen für abhängige Personen auf dem Spiel steht.
Die Vorwürfe beziehen sich auf die Akkreditierung von Mundo Nuevo als Dienstleister. Laut den Beschwerdeführern ist die Organisation lediglich als „kooperierende Einrichtung“ registriert, nicht jedoch für den speziellen Service zur Förderung der persönlichen Autonomie akkreditiert. Der Cabildo betont, dass Mundo Nuevo alle erforderlichen Anforderungen erfülle und das Vergabeverfahren ordnungsgemäß durchgeführt wurde. Ein anderer Anbieter wurde aufgrund eines „unheilbaren Mangels“ im Bewerbungsprozess ausgeschlossen.
Das Thema hat auch politische Wellen geschlagen. Der Partido Popular, oppositionell im Cabildo, hat eine Anfrage zur Stellungnahme der Präsidentin Lola García eingereicht. Sie soll im Plenum die Vorwürfe erläutern und die vollständigen Akten über den Vorgang zur Verfügung stellen. Claudio Gutiérrez, der Sprecher der Popularen, äußerte, dass die Zweifel an der Verwaltung eines so sensiblen Dienstes wie der Abhängigkeitsversorgung nicht hingenommen werden könnten. Die Bürger erwarten Transparenz und die Gewissheit, dass die richtigen Entscheidungen getroffen werden.
Aktuell hat der Dienst noch nicht begonnen, was bedeutet, dass die direkten Auswirkungen auf die betroffenen Familien bislang theoretisch sind. Dennoch könnte der Ausgang der rechtlichen Auseinandersetzungen entscheidend dafür sein, ob und wie die Unterstützung für abhängige Personen auf der Insel in Zukunft organisiert wird. Die eingereichten Beschwerden und das laufende Verfahren werfen ein Schlaglicht auf die Herausforderungen, mit denen soziale Dienste auf den Kanarischen Inseln konfrontiert sind, und die Notwendigkeit einer transparenten und verantwortungsvollen Verwaltung.
Quelle: fuerteventuradigital.com
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