Im Zuge der Korruptionsermittlungen gegen den ehemaligen spanischen Ministerpräsidenten José Luis Rodríguez Zapatero rückt Manuel Aarón Fajardo García aus Lanzarote in den Mittelpunkt. Der 37-Jährige wird im aktuellen Ermittlungsverfahren der Audiencia Nacional als „Lugarteniente“ (Stellvertreter) Zapateros bezeichnet, was ihn in eine Schlüsselrolle innerhalb einer mutmaßlichen Einflussnahme-Struktur einordnet. Das geht aus einem am Dienstag veröffentlichten Beschluss des Richters José Luis Calama hervor, der die Verbindungen und die Rolle Fajardos in der sogenannten „Plus Ultra“-Affäre skizziert.
Fajardo wird als „die Verbindung von Zapatero in Venezuela“ beschrieben, was auf seine direkte Kommunikation mit verschiedenen Akteuren in dem Komplex hinweist. Zudem ist er der Sohn des Lanzarote-Senators Manuel Fajardo Palarea (PSOE), was die Verknüpfung mit der Insel zusätzlich verstärkt. Zapatero selbst hat eine familiäre Verbindung zu Lanzarote, wo seine Familie ein Ferienhaus in Famara besitzt. Diese persönlichen Verbindungen könnten eine Rolle in den laufenden Ermittlungen spielen.
Laut dem richterlichen Beschluss traten Fajardo und Julio Martínez Sola, der Vizepräsident von Plus Ultra, am 29. April 2020 in Kontakt, um eine telefonische Verbindung zu Zapatero zu arrangieren. In einem weiteren Gespräch am 16. Mai 2020 legte Fajardo die Struktur der angeblichen Einflussnetzwerke dar, die er als „Team“ bezeichnete, in dem neben ihm und Martínez auch Zapatero eine zentrale Rolle einnimmt. Dies könnte darauf hindeuten, dass Fajardo nicht nur als Mittelsmann, sondern auch als aktiver Akteur in der Organisation agiert.
Zusätzlich gab Fajardo an, eine Partnerschaft mit einer staatlichen Institution zum Betrieb einer Verpackungsanlage eingegangen zu sein, die Einnahmen zwischen 6.000 und 10.000 Euro pro Monat generieren sollte. Diese finanziellen Aspekte werfen Fragen über die möglichen Zielsetzungen und die Mechanismen der Einflussnahme auf. Der Richter Calama sieht Fajardos Beteiligung als entscheidend an, um die Elemente des Delikts der Einflussnahme zu bewerten. Es wird vermutet, dass er Teil eines organisierten Netzwerks war, das persönliche Kontakte und Zugänge zu hochrangigen Positionen nutzt, um Dritte bei der Erlangung von vorteilhaften Entscheidungen zu unterstützen.
Diese Entwicklungen könnten sowohl für die politische Landschaft Spaniens als auch für die Bürger auf den Kanarischen Inseln von Bedeutung sein. Insbesondere für die Lanzaroteaner könnte die Aufklärung dieser Verstrickungen weitreichende Folgen haben, da sie möglicherweise die Integrität lokaler und regionaler Institutionen in Frage stellen. Die Ermittlungen sind noch nicht abgeschlossen, und es bleibt abzuwarten, welche weiteren Informationen ans Licht kommen werden und welche rechtlichen Schritte folgen könnten.
Quelle: eldiario.es
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