Das spanische Ministerium für Territorialpolitik hat am Montag einen bedeutenden Schritt angekündigt: Es möchte die Kompetenzen über die Flughäfen und andere nicht allgemein belangreiche Infrastrukturen auf die Kanarischen Inseln übertragen. Dieses Vorhaben, das vom regionalen Regierung als „Fake-News“ tituliert wurde, könnte jedoch weitreichende Folgen für die Verwaltung der Luftfahrtinfrastruktur in der Region haben.
Das Ministerium unter der Leitung von Ángel Víctor Torres plant, einen Vertrag mit der kanarischen Regierung zu schließen, um deren Mitwirkung an den Flughäfen von allgemeinem Interesse zu regeln. Dieser Vertrag könnte im Rahmen einer bilateralen Kommission im Juni zum Abschluss kommen. Das Ziel ist es, den Kanarischen Inseln einen ähnlichen Einfluss zu gewähren, wie er bereits im März für das Baskenland eingeführt wurde. Dort hat die baskische Regierung das Recht erhalten, in Entscheidungen bezüglich der drei Flughäfen in ihrem Hoheitsgebiet mitzubestimmen.
Im Rahmen des baskischen Abkommens wurde ein nicht-bindendes bilaterales Gremium geschaffen, das es der regionalen Regierung ermöglicht, bei Investitionen, der Verbesserung der Anbindung und der Festlegung von Gebühren Einfluss zu nehmen. Dennoch bleibt die rechtliche Verantwortung für die Flughäfen beim Staat und dem Flughafenbetreiber Aena. Dies bedeutet, dass die Kanarische Regierung zwar mehr Mitspracherecht erhält, die vollständige Kontrolle über die Flughäfen jedoch weiterhin beim zentralen Staat bleibt.
Pablo Rodríguez, der kanarische Verkehrsminister, äußerte sich kürzlich in einer Pressekonferenz zur Thematik und betonte, dass die Kanarische Regierung eine aktive Rolle in der Planung und Verwaltung der Flughäfen einnehmen möchte. Er wies darauf hin, dass die Forderung, die notwendigen Mittel zur Ausübung dieser Kompetenzen zu übertragen, bereits seit Beginn der Legislaturperiode im Raum steht. Rodríguez forderte zudem, dass die Kanarische Regierung gemäß ihrem Autonomie-Statut in die Verwaltung der Flughäfen von allgemeinem Interesse einbezogen wird.
Das Ministerium hat jedoch klargestellt, dass es sich bei dem aktuellen Vorhaben um zwei unterschiedliche Themen handelt. Der angekündigte Prozess bezieht sich nicht auf die Flughäfen von allgemeinem Interesse, sondern auf die Übertragung von Kompetenzen für andere Infrastrukturen. Das Ministerium betont, dass es den Dialog mit den kanarischen Behörden intensivieren möchte, um eine Einigung über die Verkehrsinfrastrukturen zu erzielen.
Für die deutschsprachigen Leser auf den Kanarischen Inseln, sei es als Einwohner oder Urlauber, könnte diese Entwicklung von Bedeutung sein. Eine stärkere Mitbestimmung der kanarischen Regierung könnte sich positiv auf die Infrastruktur und die Servicequalität an den Flughäfen auswirken. Dies könnte insbesondere für Reisende von Interesse sein, die eine Verbesserung der Anbindung und der angebotenen Dienstleistungen erwarten. Die kommenden Monate werden zeigen, ob und wie diese Verhandlungen voranschreiten und welche konkreten Maßnahmen ergriffen werden, um die Interessen der Kanarischen Inseln zu vertreten.
Quelle: eldiario.es
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