Die kanarische Weinexportwirtschaft zeigt eindrucksvolle Zahlen: 74 Prozent der Weine, die aus dem Archipel exportiert werden, landen in Ländern außerhalb der Europäischen Union. Dies gab Narvay Quintero, der Minister für Landwirtschaft, Viehzucht, Fischerei und Ernährungssouveränität, am 26. Mai im Parlament der Kanaren bekannt. Im vergangenen Jahr exportierte die Region insgesamt 177.443 Liter Wein, davon 131.320 Liter in Drittländer und 46.123 Liter in EU-Staaten.
Die meisten Exporte in Drittländer gingen in die Vereinigten Staaten, wo 80.774 Liter verkauft wurden. Kanada folgt mit 10.592 Litern, gefolgt von Puerto Rico (2.750 Liter), China (4.154 Liter) und Japan (2.066 Liter). Im europäischen Ausland sind vor allem der Vereinigte Königreich (12.767 Liter) und die Schweiz (2.654 Liter) bedeutend, während Deutschland (9.709 Liter), Belgien (7.269 Liter), Frankreich (5.714 Liter) und die Niederlande (4.281 Liter) wichtige Abnehmer innerhalb der EU sind.
Besonders hervorzuheben sind die Weine mit geschützter Herkunftsbezeichnung (DOP) aus den Kanaren. Die DOP Islas Canarias und Lanzarote haben mit 65.160 und 45.140 Litern die höchsten Verkaufszahlen erzielt, was 36,72 Prozent und 25,44 Prozent des Gesamtexports entspricht. Ein bemerkenswerter Anstieg zeigt sich bei der DOP Tacoronte-Acentejo, deren Exporte sich im Vergleich zum Vorjahr nahezu verdoppelt haben – von 2.273 Litern auf 4.410 Liter.
Die DOP El Hierro exportierte 3.390 Liter, die DOP Gran Canaria 13.890 Liter, die DOP Valle de La Orotava 33.340 Liter, die DOP Valle de Güímar 5.570 Liter, die DOP Ycoden Daute Isora 5.770 Liter und die DOP La Palma 773 Liter. Quintero lobte die Qualität und Einzigartigkeit der kanarischen Weine, die sich auch in zahlreichen internationalen Auszeichnungen widerspiegeln. Im Rahmen der letzten Preisverleihung in Madrid erhielt der kanarische Wein 61 Auszeichnungen, was die Region zur drittbesten im Wettbewerb machte.
Um die Exportzahlen weiter zu steigern, plant die kanarische Regierung verschiedene Maßnahmen zur Förderung des Weinmarktes. Dazu gehört die Teilnahme an internationalen Messen, die als wichtige Plattformen für Geschäftsmöglichkeiten und internationale Expansion gelten. Zu den kommenden Veranstaltungen gehören der Salón de Gourmets, Alimentaria und die BWW.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf dem Enotourismus, der als Möglichkeit zur Diversifizierung der Wirtschaft im Primärsektor angesehen wird. Der kanarische Minister kündigte an, dass im Januar 2026 der Enotourismus als regulierte touristische Aktivität anerkannt wird. Dies soll nicht nur die Qualität der touristischen Angebote verbessern, sondern auch die Verbindung zwischen Weinproduktion, Region und touristischem Erlebnis stärken. Die Regierung setzt damit auf eine nachhaltige Entwicklung, die sowohl den Weinbauern als auch der Tourismusbranche zugutekommt.
Quelle: www3.gobiernodecanarias.org
Zum Original