Frauen prägen den Generationswechsel in der Landwirtschaft auf den Kanaren auf Kanaren (Landwirtschaft Kanaren)

Frauen prägen den Generationswechsel in der Landwirtschaft auf den Kanaren

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Von Thomas John - Redaktion Kanaren Nachrichten

14 Juni, 2026

Die Landwirtschaft auf den Kanarischen Inseln erlebt einen tiefgreifenden Wandel: Frauen übernehmen zunehmend die Führung in einem traditionell männlich dominierten Sektor. Zwischen dem ersten Quartal 2021 und dem ersten Quartal 2026 stieg der Anteil der weiblichen Erwerbstätigen im primären Sektor von 25 auf 35,9 Prozent. Dieser Trend zeigt sich nicht nur in der Beschäftigung, sondern auch bei den staatlichen Förderungen für junge Landwirtinnen und Landwirte.

Die Zahlen belegen eine deutliche Veränderung: 2016 erhielten von 212 Förderungen für Junglandwirtinnen und Junglandwirte 50 Frauen eine Unterstützung – das entsprach einem Anteil von 23 Prozent. Im Jahr 2024 stieg dieser Anteil auf 47 Prozent, als von 53 bewilligten Förderungen 25 an Frauen gingen. Damit entspricht fast jede zweite geförderte Neugründung einer Frau. Die Präsidentin der Kooperative COAG Canarias, María del Carmen Pérez, unterstreicht, dass Frauen in der Landwirtschaft schon immer präsent waren, jedoch lange Zeit im Hintergrund agierten. „Hinter jeder landwirtschaftlichen oder tierhaltenden Familie stand stets eine starke Frau, auch wenn sie nicht offiziell sichtbar war“, erklärt Pérez.

Der Generationenwechsel vollzieht sich langsam, aber stetig. Töchter und Enkelinnen von Landwirten setzen die Familientradition fort. Gleichzeitig treten immer mehr Frauen mit fundierter Ausbildung, technischem Know-how und betriebswirtschaftlichem Verständnis in den Sektor ein. Sie bringen neue Impulse, insbesondere in den Bereichen Vermarktung, Innovation und Digitalisierung. Pérez hebt hervor, dass weibliche Projekte oft wohlüberlegt sind und weniger Risiken eingehen, was die Erfolgschancen erhöht.

Auch in den Organisationen der Landwirtschaft zeigt sich dieser Wandel. Die beiden wichtigsten Verbände auf den Kanaren werden heute von Frauen geführt – ein Novum im Vergleich zu früheren Jahrzehnten. Diese Führungsrollen stärken die Sichtbarkeit von Frauen im Agrarsektor und dienen als Vorbilder für kommende Generationen. Ángela Delgado, Präsidentin von Asaga Canarias, bestätigt, dass Frauen zwar immer präsent waren, aber erst jetzt vermehrt Führungspositionen einnehmen. Sie sieht als nächste Herausforderung, dass junge Frauen vermehrt Verantwortung in Genossenschaften, Verbänden und Unternehmen übernehmen.

Die zunehmende Präsenz von Frauen zeigt sich auch in der Ausbildung. Immer mehr Frauen besuchen landwirtschaftliche Schulen und beteiligen sich aktiv an landwirtschaftlichen und tierhaltenden Betrieben. Delgado weist zudem auf die Rolle sozialer Medien hin, die jungen Landwirtinnen und Tierhalterinnen eine Plattform bieten, um ihren Alltag zu zeigen und das Image des Sektors zu verbessern.

Die Landwirtschaft auf den Kanaren verlangt heute mehr als körperliche Arbeit. Technisches Wissen, Managementfähigkeiten und die Anpassung an neue Vorschriften sind entscheidend, um Betriebe rentabel zu führen. Digitale Technologien, Pflanzenschutz und Vermarktung spielen eine zentrale Rolle. Die neuen Generationen von Landwirtinnen bringen eine höhere Qualifikation mit. Ein Beispiel ist Isora García Hernández, 38-jährige Bäuerin aus Teneriffa und Vorstandsmitglied von Asaga. Sie gehört zu einer Generation, die die Professionalisierung landwirtschaftlicher Familienbetriebe vorantreibt und den Agrarsektor als unternehmerische Herausforderung sieht.

Dieser Wandel spiegelt sich in der gesamten kanarischen Landwirtschaft wider. Frauen sind keine Randerscheinung mehr, sondern zentrale Akteure des Generationswechsels und der Modernisierung. Für Bewohner, Urlauber und Auswanderer auf den Kanaren bedeutet dies, dass die Landwirtschaft vielfältiger, innovativer und nachhaltiger wird. Die verstärkte Beteiligung von Frauen kann langfristig dazu beitragen, den Sektor zu stabilisieren und zukunftsfähig zu machen – eine Entwicklung, die sich in den kommenden Jahren weiter verstärken dürfte.

Quelle: laprovincia.es
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Hinweis: Diese Kurzmeldung wurde redaktionell aufbereitet und basiert auf öffentlich zugänglichen spanischen Quellen. Inhalte werden geprüft und verständlich zusammengefasst.

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