Seit dem 18. Juni 2026 registriert das kanarische seismologische Institut INVOLCAN einen deutlichen Anstieg der Erdbebenaktivität auf Teneriffa. Innerhalb von nur zwei Tagen wurden mehr als 200 Mikro-Erdbeben im südwestlichen Bereich der Caldera de Las Cañadas lokalisiert. Diese Beben weisen sehr geringe Magnituden auf, die maximal 1,1 auf der Richterskala erreichen. Die meisten Ereignisse fanden in etwa zehn Kilometern Tiefe statt und werden als volcano-tektonisch klassifiziert, was auf Spannungen im vulkanischen Gestein hinweist.
Diese jüngste seismische Episode reiht sich in eine Reihe ähnlicher Ereignisse ein, die die Insel seit Juni 2017 immer wieder erlebt. Die Ursache liegt in der Druckzunahme im vulkanisch-hydrothermalen System Teneriffas, ausgelöst durch das Einströmen magmatischer Fluide. Seit 2016 beobachten Wissenschaftler dieses Phänomen regelmäßig und stützen ihre Erkenntnisse auf unterschiedliche unabhängige geochemische und geophysikalische Messungen. So ist etwa die diffuse CO₂-Emission im Bereich des Teide-Kraters seit einiger Zeit kontinuierlich angestiegen.
Darüber hinaus zeigen geodätische Messungen seit 2024 eine leichte Bodenverformung im nordöstlichen Sektor des Teide-Pico Viejo Komplexes. Diese Veränderungen deuten auf eine langsame, aber anhaltende Bewegung innerhalb des Untergrundes hin, die mit der Bewegung von Magma und hydrothermalen Fluiden in Verbindung gebracht wird. Trotz dieser aktiven Prozesse gibt es derzeit keine Anzeichen für eine unmittelbar bevorstehende vulkanische Eruption.
Für die Bewohner und Besucher Teneriffas bedeutet diese erhöhte seismische Aktivität vor allem eine verstärkte Überwachung durch die Behörden. Die Behörden halten die Bevölkerung durch regelmäßige Informationen auf dem Laufenden und betonen, dass keine akute Gefahr besteht. Urlauber auf der Insel sollten die Hinweise der lokalen Sicherheitsdienste beachten, müssen jedoch nicht mit Einschränkungen oder Evakuierungen rechnen.
Die Region um die Caldera de Las Cañadas bleibt ein Hotspot der vulkanischen Aktivitäten auf den Kanaren. Die Insel Teneriffa ist durch ihren Vulkanismus geprägt und gilt als eines der aktivsten vulkanischen Gebiete Spaniens. Die kontinuierliche Überwachung durch INVOLCAN trägt dazu bei, potenzielle Risiken frühzeitig zu erkennen und die Bevölkerung zu schützen.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die jüngsten seismischen Ereignisse auf Teneriffa Teil eines langanhaltenden Prozesses sind, der die geologische Dynamik der Insel widerspiegelt. Trotz zahlreicher Mikro-Erdbeben und geophysikalischer Veränderungen gibt es keine Hinweise auf eine kurzfristige Gefahr einer Eruption. Für alle, die auf Teneriffa leben oder die Insel besuchen, bleibt die Situation aufmerksam zu beobachten, ohne dass derzeit besondere Vorsichtsmaßnahmen erforderlich sind.
Quelle: involcan.org
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