Im Jahr 2025 wurden auf den Kanarischen Inseln insgesamt 4.611 Manifestaciones Anticipadas de Voluntad (MAV) registriert, was einem Zuwachs von 26,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Diese Patientenverfügungen, die es Menschen ermöglichen, ihre medizinischen Behandlungswünsche für den Fall zu dokumentieren, dass sie nicht mehr selbst entscheiden können, sind ein wichtiger Bestandteil der Gesundheitsvorsorge. Aktuell bestehen auf den Kanaren 28.276 gültige MAV, von denen knapp 64 Prozent von Frauen stammen.
Die deutliche Zunahme der registrierten MAV im Vergleich zu 2024, als noch 3.642 solche Verfügungen erfasst wurden, verdeutlicht das wachsende Interesse der Bevölkerung an der verbindlichen Festlegung ihrer Gesundheitswünsche. Die Mehrheit dieser Verfügungen wurde vor einem Mitarbeiter der Gesundheitsbehörde abgegeben (86 Prozent), während 13 Prozent vor einem Notar erfolgten und ein kleiner Anteil von 0,33 Prozent vor Zeugen.
Die Verteilung der im Jahr 2025 erfassten MAV ist unterschiedlich auf die Inseln verteilt. Gran Canaria verzeichnet mit 2.035 die meisten neuen Eintragungen, gefolgt von Teneriffa mit 1.667. Die kleineren Inseln wie La Palma, Fuerteventura, Lanzarote, La Gomera und El Hierro liegen deutlich darunter, mit 161, 263, 443, 15 und 22 MAV. Zudem gibt es fünf Einträge von Personen, die in Gemeinden außerhalb der Kanaren wohnen.
Die MAV dienen dazu, schriftlich festzuhalten, welche medizinischen Maßnahmen eine Person akzeptiert oder ablehnt, beispielsweise bestimmte Behandlungen, Euthanasie oder Organspenden. Ebenso können persönliche Werte und Vorstellungen zum Lebensende dokumentiert und eine Vertrauensperson benannt werden, die sicherstellt, dass diese Wünsche respektiert werden. Das medizinische Personal ist verpflichtet, die Inhalte der MAV zu beachten, sobald der Patient nicht mehr selbst sprechen kann.
Die Erstellung einer MAV ist auf den Kanaren auf verschiedene Weise möglich. Die meisten Menschen wählen die Abgabe bei der Gesundheitsbehörde, wo sie einen Termin über die Telefonnummer 012 vereinbaren können. Alternativ können die Verfügungen auch kostenfrei bei Notaren erstellt werden, wofür eine spezielle Genehmigung über die Gesundheitsbehörde erforderlich ist. Seit November 2025 besteht zusätzlich die Möglichkeit, die MAV online über die Webseite des Colegio de Médicos de Las Palmas auszufüllen und mit Hilfe von drei bereitgestellten Zeugen zu formalisieren.
Diese vielfältigen Zugangswege erleichtern es den Einwohnern der Kanaren, ihre Wünsche zur medizinischen Behandlung rechtsverbindlich zu dokumentieren. Die kontinuierlich steigenden Zahlen zeigen, dass immer mehr Menschen diese Vorsorgeform nutzen, um ihre Autonomie auch in kritischen Gesundheitssituationen zu wahren.
Quelle: www3.gobiernodecanarias.org
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