Der Bischof der Diözese Teneriffa, Eloy Santiago, hat in seiner Predigt anlässlich der Eucharistie zu Ehren der Jungfrau von Candelaria, der Schutzpatronin der Kanaren, vor totalitären Ideologien und den Risiken der Künstlichen Intelligenz (KI) gewarnt. Er kritisierte eine technokratische und posthumanistische Denkweise, die den Menschen zunehmend als manipulierbares Objekt oder bloße Ressource zur Optimierung betrachtet.
In seiner Ansprache hob Santiago hervor, dass totalitäre Personen und Ideologien sich oft als unantastbare Herrscher über die Menschheit verstehen, die einzig von Macht und Reichtum getrieben werden, ohne Rücksicht auf andere. Diese Akteure würden sich über moralische Maßstäbe hinwegsetzen, Kriege und Spaltung fördern, in Korruption versinken und ausschließlich ihren eigenen Vorteil suchen.
Die Folgen eines solchen Verhaltens seien täglich in den Nachrichten sichtbar: eine Kultur der Macht, die zu einer Gesellschaft des Aussonderns, des Todes und des Hasses führe. Besonders in der heutigen Zeit, so der Bischof, bestehe die Gefahr, dass der Mensch nicht mehr als Individuum mit Würde wahrgenommen werde, sondern als Nummer oder Datensatz in Algorithmen, die wirtschaftliche, politische oder militärische Entscheidungen nach Effizienzkriterien treffen.
Diese technokratische Haltung, die sich in manchen gesellschaftlichen und politischen Bereichen durchzusetzen beginne, ignoriere die Freiheit und Würde des Einzelnen. Statt den Menschen in seinen vielfältigen Lebensbereichen wie Familie, Arbeit, Gesundheit und Wohnen zu schützen und zu fördern, werde er zunehmend als optimierbare Ressource betrachtet.
Der Bischof verwies in seiner Predigt auch auf die erste Enzyklika von Papst Leo XIII., „Rerum Novarum“, sowie auf dessen jüngsten Besuch auf den Kanaren unter dem Motto „Blick nach oben“. Dort fand unter anderem eine Messe im Hafen von Santa Cruz statt, bei der die Statue der Jungfrau von Candelaria präsent war.
Santiago verband seine Warnungen mit einem Aufruf zur Solidarität. Er richtete sich nicht nur an Menschen, die in den Kanaren von sozialer Ausgrenzung betroffen sind, sondern auch an die Bevölkerung in Venezuela und Kolumbien, die von schweren Erdbeben betroffen sind. Er mahnte, der Gleichgültigkeit gegenüber Leid entgegenzuwirken und den Betroffenen Hilfe und Brüderlichkeit anzubieten.
Der Appell des Bischofs unterstreicht die Bedeutung, in einer zunehmend technisierten Welt die ethischen Grundlagen menschlichen Zusammenlebens zu bewahren und den Menschen nicht als bloßen Faktor in Systemen zu behandeln. Die kommenden Monate werden zeigen, wie die kirchliche Gemeinschaft und die Gesellschaft auf diese Herausforderungen reagieren.
Quelle: diariodeavisos.elespanol.com
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