Canarischer Weinexport in die USA sinkt um 12 Prozent nach neuen US-Zöllen – Kulinarik (Bodega)

Canarischer Weinexport in die USA sinkt um 12 Prozent nach neuen US-Zöllen

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Von Thomas John - Redaktion Kanaren Nachrichten

19 Juni, 2026

Die Ausfuhren kanarischer Weine in die Vereinigten Staaten sind seit der Einführung neuer US-Zölle um 12 Prozent zurückgegangen. Diese Entwicklung geht auf die jüngsten Handelsmaßnahmen zurück, die im Zuge der Tarifvereinbarungen zwischen der Trump-Administration und der Europäischen Union in Kraft traten. Neben Wein sind auch die Exporte von Käse und Fisch aus den Kanaren deutlich betroffen.

Narvay Quintero, der kanarische Landwirtschaftsminister, erläuterte am Donnerstag in einer Sitzung des regionalen Parlaments, dass einige Weingüter die zusätzlichen Kosten durch die Zölle nicht tragen konnten. Dies habe zum Verlust zahlreicher Exportverträge geführt. Vor den jüngsten Tarifsteigerungen – die bereits während Trumps erster Amtszeit begonnen hatten – exportierten die Kanaren jährlich Wein im Wert von über acht Millionen Euro, Fisch im Wert von mehr als 5,5 Millionen Euro sowie Käse im Wert von etwa 1,5 Millionen Euro in die USA.

Der Minister kritisierte die Verhandlungsstrategie der EU bei der Aushandlung der Zölle. Die Europäische Union habe eine Steuer von 15 Prozent auf europäische Produkte akzeptiert, während amerikanische Waren zollfrei in die EU einreisen dürfen. Unter diesen Bedingungen könnten kanarische Erzeugnisse nicht wettbewerbsfähig bleiben, zumal sie zusätzlich strenge pflanzenschutzrechtliche Auflagen erfüllen müssen. Quintero hofft, dass die geplante Einführung eines gemeinsamen EU-Labels für regionale Produkte verhindert werden kann, um die Besonderheiten der Kanaren besser zu schützen.

Für die sogenannten Übersee-Regionen (Regiones Ultraperiféricas, RUP) gibt es jedoch positive Nachrichten. Spanien, Frankreich und Portugal haben sich darauf verständigt, dass die Posei-Verordnung, die finanzielle Unterstützung und Schutzmaßnahmen für diese Regionen regelt, erhalten bleibt und nicht abgeschafft wird. Nun gelte es, diesen Standpunkt bei der Europäischen Kommission zu verteidigen und eine Erhöhung der finanziellen Mittel durchzusetzen.

Der Abgeordnete Francisco Linares von der Coalición Canaria sieht die Zollerhöhungen im weiteren Kontext globaler politischer Konflikte. Er verweist auf die Auswirkungen von Entscheidungen einiger Staatsführer, die zu weltweiten wirtschaftlichen Störungen führen. Besonders auf den Kanaren spüre man die Folgen im primären Sektor. So sei es bei der jüngsten Wallfahrt in La Orotava nicht gelungen, genügend Teams für die Straßenabsperrungen zu organisieren, was auf einen Rückgang der Viehzucht hindeutet. Diese Entwicklung gefährde die landwirtschaftlichen Traditionen und kulturelle Identität der Inseln.

Linares kritisierte außerdem die Öffnung der kanarischen Häfen für Importe, die den lokalen Produzenten den Wettbewerb erschwere. Junge Landwirte fühlten sich durch die Unsicherheiten und höheren Kosten abgeschreckt, neue Betriebe zu gründen. Nach seiner Ansicht sind die Posei-Verordnung, das REA-Programm (Sonderzonen für die Kanaren) und der Status als ultraperiphere Region die einzigen Schutzmechanismen, die den Inseln bleiben. Er äußerte Skepsis gegenüber der EU-Politik, die seiner Meinung nach zu einer Globalisierung ohne Rücksicht auf regionale Besonderheiten tendiere.

Für Einwohner, Urlauber und Auswanderer auf den Kanaren bedeutet die aktuelle Situation vor allem eine Verknappung und Verteuerung kanarischer Spezialitäten auf dem US-Markt. Gleichzeitig stellt die Entwicklung eine Herausforderung für die lokale Landwirtschaft und den Export dar. Die Zukunft der kanarischen Agrarwirtschaft hängt maßgeblich von den weiteren Verhandlungen auf EU-Ebene und der Stabilisierung der Handelsbeziehungen ab.

Quelle: tenerifeweekly.com
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Hinweis: Diese Kurzmeldung wurde redaktionell aufbereitet und basiert auf öffentlich zugänglichen spanischen Quellen. Inhalte werden geprüft und verständlich zusammengefasst.

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