Cyberangriffe auf Hotels auf den Kanaren: Experten warnen vor steigender Gefahr und geben Schutztipps in Technik (Ciberang…

Cyberangriffe auf Hotels auf den Kanaren: Experten warnen vor steigender Gefahr und geben Schutztipps

User avatar placeholder
Von Thomas John - Redaktion Kanaren Nachrichten

23 Juni, 2026

Der Tourismussektor auf den Kanarischen Inseln sieht sich immer häufiger mit gezielten Cyberangriffen konfrontiert. Experten warnen, dass diese Bedrohungen weiter zunehmen werden – und Hotels besonders gefährdet sind. Jorge Testa, Gründer und CEO von Kverno sowie Co-Gründer von Revnova, warnt eindringlich: Cyberkriminelle greifen Hotels nicht an, weil diese besonders attraktiv sind, sondern weil sie leichte Ziele bieten. Die Vielzahl von Geräten – von Laptops über Smartphones bis hin zu zahlreichen vernetzten Systemen – schafft eine breite Angriffsfläche.

Die Bedrohung nimmt vor allem durch die vernetzte Infrastruktur zu, die in Hotels üblich ist. Javier Fernández von Cerwall Solutions betont, dass die Nutzung derselben Netzwerke für Mitarbeiter, Gäste und gastronomische Angebote eine erhebliche Sicherheitslücke darstellt. Während Hotels viel in den physischen Schutz investieren, bleiben digitale Zugangspunkte oft ungeschützt. Öffentliche WLAN-Netze und Heimarbeitsplätze der Mitarbeiter bieten Hackern zahlreiche Einstiegsmöglichkeiten, um sich unbemerkt in das System einzuschleichen und dort zu verweilen.

Fernández hebt hervor, dass viele Hotels weder ausreichende Sicherheitsmaßnahmen noch Notfallprotokolle besitzen. Dadurch entsteht ein erhebliches Risiko, das durch einfache Maßnahmen eingedämmt werden könnte. Jorge Testa empfiehlt eine grundlegende Bereitschaft der Branche, in die Sensibilisierung und Schulung des Personals zu investieren. Dazu gehören unter anderem Anti-Phishing-Übungen und eine strategische Erhöhung des Budgets für IT-Sicherheit.

Trotz der Komplexität der Herausforderung können Hotels mit vergleichsweise geringem Aufwand viel erreichen. Zugangskontrollen und eine umfassende Kontrolle der Server bieten schon erste wirksame Schutzmechanismen. Testa vergleicht die Situation mit einem Löwenangriff: Es gilt nicht, schneller als der Angreifer zu sein, sondern schneller als das nächste Opfer.

Für kleine und mittelständische Hotels ist es besonders wichtig, schrittweise in die Cybersicherheit zu investieren. Dadurch schützen sie nicht nur ihr Geschäft, sondern auch die Erfahrung und Daten ihrer Gäste. Javier Fernández nennt drei grundlegende Sicherheitsmaßnahmen: Erstens müssen Hotels sich ihrer eigenen digitalen Infrastruktur bewusst sein. Zweitens sollte ein Budget für Cybersicherheit bereitgestellt werden. Drittens muss die Sicherheitsstrategie von der Unternehmensleitung getragen werden.

Juan Luis de Lucas, Generaldirektor des Hotel Claridge in Madrid, unterstreicht die Bedeutung eines kompetenten IT-Dienstleisters, der nicht nur technische Lösungen bietet, sondern auch über aktuelle rechtliche Vorgaben informiert. Ebenso wichtig sei die kontinuierliche Schulung und Sensibilisierung der Mitarbeiter.

Ein weiterer kritischer Punkt betrifft die Zahlungsabwicklung, wie Fermina Jiménez Abad von der Banco Sabadell erläutert. Hotels übergeben oft die Kontrolle über ihre Kassen externen Dienstleistern – ein Risiko, das Angreifer ausnutzen. Jiménez empfiehlt, die Zahlungsabwicklung direkt über die eigene Website abzuwickeln und strikt die EU-Vorgaben für sichere Zahlungsdienste einzuhalten. Diese Regelungen sollen sowohl den Zahlungspflichtigen als auch die Empfänger schützen und die Sicherheit im Zahlungsverkehr erhöhen.

Für Bewohner, Urlauber und Auswanderer auf den Kanarischen Inseln bedeutet die zunehmende Cybergefahr, dass Hotels ihre digitalen Schutzmaßnahmen dringend verbessern müssen. Gäste sollten auf sichere Verbindungen achten und persönliche Daten nur über vertrauenswürdige Kanäle eingeben. Für Hoteliers gilt es, die Digitalisierung mit einem klaren Fokus auf IT-Sicherheit zu betreiben und dabei auf Schulung, technische Sicherheit und rechtliche Compliance zu setzen. Nur so lässt sich das Vertrauen der internationalen Gäste langfristig erhalten und der Tourismus auf den Inseln schützen.

Quelle: hosteltur.com
Zum Original

Hinweis: Diese Kurzmeldung wurde redaktionell aufbereitet und basiert auf öffentlich zugänglichen spanischen Quellen. Inhalte werden geprüft und verständlich zusammengefasst.

Deutschsprachige Kleinanzeigen für alle Kanaren-Inseln: Immobilien, Jobs, Fahrzeuge, Dienstleistungen und mehr – jetzt Angebote entdecken oder kostenlos inserieren.

→ Anzeigen entdecken