In der Küstenregion El Pris in Tacoronte haben etwa 200 Anwohner gegen ein vom Cabildo de Tenerife geplantes Entwässerungsprojekt demonstriert. Die Initiative, die mit 1,5 Millionen Euro veranschlagt ist, soll künftige Überschwemmungen verhindern, wie sie im vergangenen März während des Sturms Therese auftraten. Die Bewohner sehen das Vorhaben jedoch als nur kurzfristige Maßnahme, die die eigentlichen Ursachen der Wasserproblematik nicht behebt. Sie sprechen von einem „vergifteten Geschenk“ und fordern stattdessen die Wiederherstellung des natürlichen Wasserlaufs, der durch Eingriffe eines Grundstückseigentümers verändert wurde. Nach ihrer Ansicht würde dies den Wasserzufluss zum Ortsteil erheblich verringern und somit nachhaltiger vor Überschwemmungen schützen.
Die Protestierenden kritisieren, dass die aktuellen Pläne nur einen Teil des anfallenden Regenwassers berücksichtigen und damit das Problem nicht umfassend lösen. Sie haben sowohl das Cabildo als auch die Gemeindeverwaltung mit einem alternativen Vorschlag kontaktiert, der auf ihrem Wissen über die örtlichen Gegebenheiten basiert. Das Straßenbauamt der Provinz hält jedoch an seinem Projekt fest, was bei den Anwohnern das Gefühl der Ohnmacht verstärkt. Die Gemeindeverwaltung hat sich bislang nicht offiziell gegen das Vorhaben ausgesprochen, da sie Befürchtungen hat, im Falle von Problemen während der Umsetzung haftbar gemacht zu werden.
Ein weiterer Kritikpunkt der Anwohner betrifft die Bauarbeiten selbst: Das Projekt sieht das Ausheben eines tiefen Grabens für eine große Rohrleitung vor, was möglicherweise ältere Gebäude beschädigen könnte. Die Bürger äußern Bedenken, dass vor Baubeginn keine ausreichenden geologischen Untersuchungen durchgeführt wurden und somit unerwartete Schwierigkeiten auftreten könnten. Die Bauzeit wird auf zwei bis acht Monate geschätzt, was zudem den Zugang zum Viertel stark einschränken würde. Die Bewohner befürchten, dass dann nur noch Fußwege begehbar wären, was negative Folgen für lokale Geschäfte, den Rettungsdienst und den Alltag der Menschen hätte.
Die Protestierenden betonen immer wieder, wie wichtig es ist, lokales Wissen in die Planungen einzubeziehen. Sie sind der Auffassung, dass technische Expertise nur dann zielführend sein kann, wenn sie mit einem genauen Verständnis der tatsächlichen Verhältnisse vor Ort kombiniert wird. Die derzeitige Situation zeigt deutlich, dass viele Bewohner sich nicht ausreichend in die Entscheidungsprozesse eingebunden fühlen und auf eine nachhaltigere und bürgernahe Lösung hoffen. Ob und wie das Cabildo und die Gemeindeverwaltung auf diese Forderungen reagieren, bleibt abzuwarten. Für die Anwohner von El Pris ist klar, dass der Schutz vor zukünftigen Überschwemmungen nur mit einer umfassenderen und den örtlichen Bedingungen angepassten Maßnahme erreicht werden kann.
Quelle: tenerifeweekly.com
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