Die Kanarischen Inseln verfügen über ein öffentliches Wegenetz von mehr als 2.230 Kilometern, das sich durch die Landschaft zieht und auf alten indigenen Pfaden sowie nach der Eroberung geschaffenen Straßen basiert. Diese Wege sind nicht nur Teil des kulturellen Erbes, sondern auch für die lokale Wirtschaft von Bedeutung. José Velázquez, einer der letzten Arrieros der Region, erinnert sich an seine Kindheit, als er mit einer Maultier von Tejeda nach La Aldea reiste, um Kartoffeln und Kohle zu transportieren. Sein Beruf ist nahezu verschwunden, jedoch werden immer noch Maultiere für spezielle Arbeiten in abgelegenen ländlichen Gebieten vermietet.
Der akademische Bereich beschäftigt sich ebenfalls intensiv mit dem Erbe der alten königlichen und historischen Wege. Dr. Claudio Moreno, Geografieprofessor an der Universität Las Palmas, hat in seiner Dissertation die Entwicklung der Landwege auf den Kanaren vom 16. bis 19. Jahrhundert untersucht. Er beschreibt die Wege als strukturelle Elemente des Territoriums, die das Leben, den Handel und die Mobilität der Menschen beeinflussen. Moreno hebt hervor, dass die Wege nicht nur Verkehrsadern sind, sondern auch Aufschluss über die gesellschaftliche Entwicklung und die Veränderungen der Landschaft im Laufe der Jahrhunderte geben.
Insgesamt gibt es auf den Kanaren 357 öffentliche Wege, wobei Teneriffa mit 446 Kilometern die längste Strecke aufweist, gefolgt von Fuerteventura mit 422 Kilometern und Gran Canaria mit 354 Kilometern. Diese Zahlen stammen aus dem 19. Jahrhundert und wurden aus dem offiziellen Bulletin der Provinz Kanaren von 1868 entnommen. Moreno weist darauf hin, dass diese Inventare nur die wichtigsten Wege erfassten und viele weitere existieren, die für die Erhaltung des kulturellen Erbes von Bedeutung sind. Die Erhaltung und Pflege dieser alten Wege bleibt eine Herausforderung, die sowohl die lokale Gemeinschaft als auch die Wissenschaft beschäftigt.
Quelle: el diario canarias ahora
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