Nach der Ankunft von Migranten auf den Kanarischen Inseln, die oft traumatische Überfahrten erlebt haben, ist eine medizinische und psychologische Erstversorgung entscheidend. Um die Versorgung dieser Menschen zu verbessern, haben Fachkräfte des Servicio Canario de la Salud (SCS) gemeinsam mit Notfalldiensten an einer Fortbildung zu psychologischer Erster Hilfe und Notfalleingriffen teilgenommen. Diese Schulung fand auf Gran Canaria und Teneriffa statt und zielt darauf ab, die Kompetenzen im Umgang mit den besonderen Bedürfnissen der Überlebenden zu stärken.
Die Fortbildung wurde im Rahmen des Projekts ERPSI-Mar angeboten, das psychosoziale Betreuung und spezialisierte Schulungen für Fachkräfte vorsieht. Organisiert wurde sie von Médicos del Mundo Canarias, unterstützt von weiteren Institutionen wie der Fundación Canaria Instituto de Investigación Sanitaria de Canarias (FCIISC), dem Ministerio de Sanidad sowie den Organisationen Psicólogas Sin Fronteras und Cruz Roja. Damit soll eine koordinierte, interinstitutionelle Zusammenarbeit gefördert werden, die für die komplexe Versorgungssituation nach Seenotrettungen unerlässlich ist.
Inhaltlich konzentrierte sich die Schulung auf psychologische Erste Hilfe, Stressmanagement und den Schutz der Gesundheit der Einsatzkräfte. Die Teilnehmer tauschten Erfahrungen aus und vertieften ihre Fähigkeiten, um den oft traumatisierten Migranten nicht nur medizinisch, sondern auch psychosozial angemessen zu helfen. Dabei wurde deutlich, dass die Überlebenden nicht nur körperliche Verletzungen, sondern auch erhebliche psychische Belastungen mitbringen, die einer besonderen Betreuung bedürfen.
Der Servicio de Urgencias Canario (SUC), der in Zusammenarbeit mit dem SCS und der Cruz Roja direkt am Ankunftsort der Migranten tätig ist, unterstreicht die Bedeutung dieser gemeinsamen Schulungen. Sie bilden die Basis für eine verbesserte Versorgung und für eine abgestimmte Reaktion aller beteiligten Dienste. Die Fortbildung trägt dazu bei, dass die Helfer besser auf die Herausforderungen vorbereitet sind, die mit der Versorgung von Menschen nach einer Seenotrettung verbunden sind.
Weitere Schulungen im Rahmen von ERPSI-Mar sind bereits für andere Inseln der Kanaren geplant. So soll das Netzwerk zur psychosozialen Betreuung von Migranten kontinuierlich ausgebaut und die Qualität der Versorgung auf allen Inseln verbessert werden. Für die Betroffenen bedeutet dies eine umfassendere und fachlich fundiertere Unterstützung unmittelbar nach ihrer Ankunft auf den Kanaren.
Quelle: www3.gobiernodecanarias.org
Zum Original

