Die Fährverbindung zwischen Puerto del Rosario auf Fuerteventura und Cádiz steht vor einer entscheidenden Phase: Der bisherige Vertrag läuft am 30. Juni aus, und die neue Ausschreibung für die sogenannte Verpflichtung zum Öffentlichen Dienst (OSP) ist noch nicht abgeschlossen. Diese maritime Linie ist für die Insel von großer Bedeutung, da sie eine wichtige Brücke zum spanischen Festland darstellt und somit die territoriale Kohäsion sowie die wirtschaftliche Entwicklung Fuerteventuras unterstützt.
Rafael Nogales, Abgeordneter der PSOE für Fuerteventura, betonte im Parlament der Kanarischen Inseln die Bedeutung der Verbindung. Er erinnerte daran, dass die spanische Regierung im Jahr 2020 die Linie offiziell als OSP erklärt hat – ein Schritt, der eine langjährige Forderung der Inselbevölkerung erfüllte. Die aktuelle Situation ergibt sich aus dem Ende des bestehenden Vertrags und den notwendigen administrativen Verfahren zur Neuvergabe der Strecke. Nogales hob hervor, dass die Ausschreibung unter strenger Einhaltung der rechtlichen und administrativen Vorgaben erfolgen müsse, um Rechtssicherheit zu gewährleisten.
Zeitgleich durchläuft die Reederei Baleària eine operative Umstrukturierung bei einigen ihrer Verbindungen, was ebenfalls temporäre Auswirkungen auf die Serviceleistung hat. Das Verkehrsministerium arbeitet intensiv daran, die neue Ausschreibung abzuschließen und die Kontinuität der Linie nach Puerto del Rosario sicherzustellen. Nogales verwies zudem auf die Aktivitäten der Fuerteventura-Senatorin Paloma Hernández Cerezo, die sich kürzlich mit dem Generaldirektor für Verkehr des Ministeriums traf. Dabei wurde klargestellt, dass keine politische Entscheidung zur Einstellung der Verbindung existiert. Vielmehr verfolgt die Regierung von Pedro Sánchez das Ziel, die Linie fortzuführen, zu stärken und langfristig abzusichern.
Trotz dieser Zusicherungen wächst unter den lokalen Akteuren die Forderung nach mehr Tempo. Der kanarische Nationalist Mario Cabrera kritisierte die bisherige Verzögerung bei der Neuvergabe des Vertrags und bezeichnete die Situation als „inakzeptabel“. Für ihn ist die maritime Verbindung keine bloße Komfortfrage, sondern eine essentielle Voraussetzung für die Gleichberechtigung und die wirtschaftliche Entwicklung der Insel. Die geographische Lage Fuerteventuras als abgelegene und fragmentierte Region mache eine verlässliche Verbindung zum Festland unverzichtbar.
Der Vertrag mit der Reederei Armas Trasmediterránea, die die Linie derzeit betreibt, wurde bereits um ein Jahr verlängert, läuft nun aber endgültig aus. Die Unsicherheit über die Zukunft der Verbindung belastet nicht nur die Nutzer, sondern auch Unternehmen und die lokale Wirtschaft. Cabrera verweist auf den zunehmenden Warenumschlag im Hafen von Puerto del Rosario, der sich zu einem wichtigen Logistikzentrum innerhalb der Kanaren entwickelt hat. Ein Ausbleiben oder eine Unterbrechung der Fährlinie könnte diese Entwicklung hemmen und die Insel noch stärker isolieren.
Der Bürgermeister von Puerto del Rosario, David de Vera, hat sich ebenfalls mehrfach an die zuständigen Behörden gewandt. Er warnt vor den wirtschaftlichen und sozialen Folgen einer möglichen Störung der Verbindung. Besonders kritisch bewertet er die bisherige Reaktion der spanischen Regierung und der Hafenverwaltung, die auf seine Anfragen bislang keine zufriedenstellenden Antworten gegeben haben.
Das kanarische Parlament hat eine nicht bindende Resolution verabschiedet, die den Staat auffordert, das Vergabeverfahren zu beschleunigen. Die Einigkeit aller Fraktionen unterstreicht die Bedeutung der Verbindung für die gesamte Inselbevölkerung und die regionale Entwicklung. Die kommenden Wochen sind entscheidend, um eine nahtlose Fortsetzung der Fährlinie zu gewährleisten und die Anbindung Fuerteventuras zum spanischen Festland stabil zu sichern. Für Urlauber, Auswanderer und Bewohner der Insel ist diese Verbindung von hoher praktischer Relevanz, da sie nicht nur den Personenverkehr erleichtert, sondern auch den Handel und die Versorgung mit Waren sicherstellt.
Quelle: lavozdefuerteventura.com
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