Gran Canaria steht im Fokus europäischer Fördermittel: Vertreter des spanischen Finanzministeriums, der Europäischen Kommission und der Regierung der Kanarischen Inseln trafen sich kürzlich auf der Insel, um den Fortschritt des Regionalprogramms des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (FEDER) zu überprüfen. Das Treffen markiert die vierte Präsenzsitzung des Überwachungsausschusses auf den Kanaren seit Beginn der Förderperiode 2021–2027.
Der FEDER ist ein zentrales Instrument der EU-Kohäsionspolitik, das darauf abzielt, wirtschaftliche Unterschiede zwischen europäischen Regionen zu verringern. Für die Kanarischen Inseln steht in diesem Zeitraum ein Budget von 1,085 Milliarden Euro bereit. Die Mittel fließen in Projekte, die gezielt auf die besonderen Herausforderungen der Inseln eingehen – von Infrastrukturverbesserungen bis hin zur Förderung von Innovation und Digitalisierung.
Im Rahmen der aktuellen Überprüfung besuchten die Experten zwei bedeutende Projekte in Las Palmas de Gran Canaria, die mit FEDER-Mitteln kofinanziert werden. Zunächst stand der Gesundheitssektor im Mittelpunkt: Das Gesundheitszentrum Guanarteme wurde erweitert und um 11 neue Beratungsräume auf zwei Ebenen ergänzt. Dabei legten die Planer großen Wert auf Energieeffizienz. Die Installation einer intelligenten Beleuchtung, die sich an der tatsächlichen Nutzung orientiert, und eine optimierte Nutzung von Tageslicht sollen den Energieverbrauch um 50 bis 75 Prozent senken. Für diese Erweiterung wurden rund 662.000 Euro aus den EU-Fördermitteln bereitgestellt.
Der zweite Besuch galt dem Markt am Hafen von Las Palmas. Dort flossen 109.000 Euro in die digitale Modernisierung. Das Projekt umfasst die Einführung fortschrittlicher Kundenbindungssysteme, intelligente gekühlte Schließfächer, kontaktlose Zahlungsterminals mit NFC-Technologie sowie eine einheitliche Plattform für Lieferungen und das kommerzielle Management. Ziel ist es, die Wettbewerbsfähigkeit des traditionellen Marktes zu stärken, neue Kundengruppen anzusprechen und das Serviceangebot zu erweitern. Die Marktrepräsentanten betonten, wie wichtig diese Investitionen sind, um mit modernen Handelsformaten Schritt zu halten und die Umsätze der Händler zu steigern.
Diese kontinuierlichen Überprüfungen ermöglichen es dem Überwachungsausschuss, ineffiziente Maßnahmen auszuschließen und die finanzielle Ausstattung der Projekte an den tatsächlichen Bedarf anzupassen. Der Generaldirektor für Planung und Haushalt der Kanarischen Regierung, Máximo Bautista, hob hervor, wie wichtig es sei, dass Fachleute aus dem Ministerium und der EU die spezifischen Gegebenheiten und Herausforderungen der Inselregionen direkt vor Ort kennenlernen. Dies sei insbesondere für die Ausgestaltung der Kohäsionspolitik nach 2027 von großer Bedeutung.
Neben den kanarischen Vertretern nahmen auch Experten des spanischen Finanzministeriums und der Europäischen Kommission teil. Vertreter von Wirtschaftsverbänden, Gewerkschaften und dem dritten Sektor ergänzten das Gremium. Die Zusammenarbeit aller Beteiligten soll sicherstellen, dass die rund 1,085 Milliarden Euro optimal eingesetzt werden, um die Lebensqualität auf den Kanaren nachhaltig zu verbessern und die wirtschaftliche Entwicklung zu fördern.
Für Urlauber, Auswanderer und Bewohner der Kanaren bedeutet dies konkret, dass öffentliche Einrichtungen wie Gesundheitszentren modernisiert werden und traditionelle Märkte durch digitale Innovationen attraktiver und effizienter gestaltet werden. Die europäische Förderung unterstützt somit auch die soziale und wirtschaftliche Infrastruktur, von der die Bevölkerung direkt profitiert. Die Kanarischen Inseln bleiben damit ein Beispiel für die Umsetzung der europäischen Kohäsionspolitik in abgelegenen Regionen.
Quelle: www3.gobiernodecanarias.org
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