Gran Canaria: Strand wird weltweit erstes Labor zur Herkunftsbestimmung von Meeresplastik in Umwelt (Meeresabfall)

Gran Canaria: Strand wird weltweit erstes Labor zur Herkunftsbestimmung von Meeresplastik

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Von Thomas John - Redaktion Kanaren Nachrichten

29 Juni, 2026

Die Küste von Bahía de Formas in Santa Lucía de Tirajana auf Gran Canaria dient als weltweit erstes Labor zur genauen Identifikation der Herkunft von Plastikmüll aus dem Meer. Ein internationales Forscherteam hat hier eine neuartige Methode angewandt, die nicht nur die Menge und das Gewicht der Plastikabfälle erfasst, sondern jedes einzelne Teil bis zum Hersteller und der Marke zurückverfolgt. Dieses Pilotprojekt ist Teil eines multinationalen Forschungsprogramms mit Beteiligung von sechs Ländern: Kolumbien, Brasilien, Panama, Italien, Marokko und Spanien – vertreten durch die Kanarischen Inseln.

Die Wissenschaftler der Universität Las Palmas de Gran Canaria (ULPGC), Leví García Romero und Carolina Peña Alonso, gehören zu den Initiatoren dieses innovativen Ansatzes. Das Plastikproblem in den Meeren ist enorm: Zwischen 80 und 85 Prozent der Meeresverschmutzung bestehen aus Kunststoffabfällen. Bislang konzentrierte sich die Forschung darauf, den Müll zu sammeln und zu quantifizieren. Nun gehen die Forscher einen Schritt weiter und analysieren die Herkunft der Plastikprodukte. Bahía de Formas wurde bewusst als Untersuchungsort gewählt, da die Bucht als geschützter, vergleichsweise unberührter Küstenabschnitt natürliche Ablagerungen von Plastikmüll aufweist, der durch ozeanische Strömungen aus verschiedensten Regionen Europas und der Welt angespült wird.

Im festgelegten Untersuchungsbereich von 200 Metern Strandabschnitt wurden 128 unterschiedliche Plastikobjekte katalogisiert. Dabei konnten 53 Hersteller und 65 Marken identifiziert werden. Besonders auffällig war die Präsenz großer internationaler Lebensmittel- und Getränkehersteller sowie europäischer Handelsketten, deren Verpackungen häufig an den Strand gespült wurden. Zum Vergleich: In einer karibischen Küstenregion Kolumbiens wurden im selben Forschungsprojekt 118 Produzenten, 181 Marken und 214 konkrete Produkte erfasst.

Die Methode beruht auf einer neuen Taxonomie, die Kunststoffabfälle wie lebende Organismen klassifiziert. Beginnend bei der Materialart (vergleichbar mit der „Art“ oder „Familie“ in der Biologie) werden die Abfälle weiter bis zum spezifischen Produkt, der Marke und dem Hersteller eingeordnet. Diese strukturierte Klassifizierung erlaubt es, die globale Verteilung und die Verantwortlichkeiten der Produzenten präzise zu dokumentieren. Die Ergebnisse sind in der renommierten Fachzeitschrift Anthropocene veröffentlicht worden.

Der kanarische Geograph García Romero hebt hervor, dass diese Forschung nicht nur eine bedeutende wissenschaftliche Innovation darstellt, sondern auch eine klare Botschaft an die Hersteller richtet. Während der Konsument oft als letzter Verursacher des Müllproblems gilt, sollen mit den gewonnenen Daten die Produzenten stärker in die Verantwortung genommen werden. Dies könnte bedeuten, dass Verpackungsmaterialien umweltfreundlicher gestaltet oder umfassendere Aufklärungskampagnen gestartet werden, um das Umweltbewusstsein der Verbraucher zu erhöhen.

Für Bewohner, Urlauber und potenzielle Auswanderer auf den Kanarischen Inseln zeigt diese Studie die besondere Rolle der Inseln als Sammelpunkt für globalen Plastikmüll. Die Ergebnisse unterstreichen die Dringlichkeit von Maßnahmen zum Schutz der Meere und der Strände, die nicht nur touristisch, sondern auch ökologisch von großer Bedeutung sind. Zudem gibt die Forschung wertvolle Einblicke in die Herkunft des Mülls, der an den Stränden der Kanaren landet, und liefert damit eine wichtige Grundlage für zukünftige Umweltpolitik und Abfallmanagement auf den Inseln.

Die Teilnahme der ULPGC an diesem internationalen Projekt bringt die Universität in eine führende Position der globalen Umweltforschung. Gleichzeitig macht die Studie deutlich, wie eng die Kanarischen Inseln mit weltweiten Umweltproblemen verbunden sind und wie wichtig internationale Zusammenarbeit bei der Bewältigung der Plastikverschmutzung in den Meeren ist.

Quelle: laprovincia.es
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Hinweis: Diese Kurzmeldung wurde redaktionell aufbereitet und basiert auf öffentlich zugänglichen spanischen Quellen. Inhalte werden geprüft und verständlich zusammengefasst.

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