Die Kanarischen Inseln erleben zur Semana Santa eine unerwartete Wetterlage, die in dieser Region nicht selten für Aufregung sorgt. In diesem Jahr hat der Calima, ein heißer, staubiger Wind aus der Sahara, Gran Canaria und sogar Teile von Teneriffa erreicht. Normalerweise bleibt dieses Phänomen auf Fuerteventura und Lanzarote beschränkt, doch der Einfluss des sogenannten Harmattan hat die Wetterlage in der westlichen Provinz erheblich verändert.
Der Harmattan ist ein trockener, staubbeladener Wind, der vor allem zwischen November und April über Westafrika weht. Er entsteht, wenn ein kalter Frontwind auf die Gebirgskette des Atlas trifft und dabei große Mengen an Wüstensand und Staub aufwirbelt. Diese Staubpartikel können stundenlang oder sogar tageweise in der Luft bleiben und bewirken eine drastische Verminderung der Sicht. Die spanische Wetterbehörde AEMET hat die Situation genau beobachtet und warnte vor den Folgen der Calima für die Sichtverhältnisse und die Luftqualität auf den Inseln.
Die Auswirkungen sind auch auf dem Luftverkehr spürbar. Auf La Palma berichteten die Fluglotsen von Einschränkungen, während die Sichtverhältnisse in anderen Teilen der Kanaren ebenfalls stark beeinträchtigt sind. Die NASA hat in ihrem Artikel „March of the Harmattan“ auf die Satellitenbilder hingewiesen, die die Ausbreitung des Staubes von der Sahara in Richtung Atlantik und den Kanarischen Inseln dokumentieren.
Während die Kanarischen Inseln unter einer prealerten Warnung stehen, haben die Behörden in Marokko bereits Alarm geschlagen. Mehrere Regionen des nordafrikanischen Landes sind von Sichtproblemen betroffen, die durch die hohen Staubkonzentrationen verursacht werden. Der Begriff „Haboob“ beschreibt die extremen Sandstürme, die in der Sahara auftreten und die mit Geschwindigkeiten von bis zu 100 km/h fegen können. Solche Ereignisse sind nicht nur eindrucksvoll, sondern auch gefährlich, da sie die Sicht auf ein Minimum reduzieren und gesundheitliche Probleme verursachen können.
Für die Bewohner und Besucher der Kanarischen Inseln bedeutet dies, dass sie sich auf eine erhöhte Staubbelastung einstellen müssen. Allergiker und Menschen mit Atemwegserkrankungen sollten besonders vorsichtig sein und gegebenenfalls ihre Aktivitäten im Freien einschränken. Die Strände, die sonst zu dieser Zeit ein beliebtes Ziel für Sonnenanbeter sind, könnten unter den Bedingungen der Calima weniger einladend wirken.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Calima, ausgelöst durch den Harmattan, die Kanarischen Inseln vor eine besondere Herausforderung stellt. Die meteorologischen Bedingungen könnten sich in den kommenden Tagen weiter ändern, und die Bewohner sowie Reisenden sollten die lokalen Wetterberichte aufmerksam verfolgen, um bestmöglich auf die Situation reagieren zu können.
Quelle: fuerteventuradigital.com
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