Das Universitätsklinikum der Kanarischen Inseln (HUC) hat als erstes Krankenhaus auf dem Archipel die stereotaktische Elektrodenimplantation, auch als Stereoenzephalographie (SEEG) bekannt, in sein Behandlungsangebot aufgenommen. Die neue Technik richtet sich an Patienten mit therapieresistenter Epilepsie, deren Anfälle sich trotz medikamentöser Behandlung nicht kontrollieren lassen. Damit festigt das HUC seine Rolle als autonomes Referenzzentrum für Epilepsiechirurgie auf den Kanaren und ermöglicht Betroffenen eine hochpräzise Diagnostik und Therapie innerhalb der Region, ohne auf externe Einrichtungen angewiesen zu sein.
Epilepsie ist eine chronische neurologische Erkrankung, die bei etwa 75 Prozent der Patienten durch Medikamente gut kontrolliert werden kann. Rund 30 Prozent der Betroffenen jedoch sprechen nicht ausreichend auf die medikamentöse Behandlung an und leiden unter sogenannten refraktären oder therapieresistenten Anfällen. Für diese Patienten bieten sich alternative Therapien an, darunter chirurgische Eingriffe oder neuromodulatorische Verfahren, die gezielt die Anfallsauslöser im Gehirn behandeln.
Die SEEG ist ein komplexes neurochirurgisches Verfahren, bei dem Elektroden minimalinvasiv in tiefere Hirnregionen implantiert werden, um die elektrische Aktivität präzise zu messen. Ein roboterassistiertes Neuronavigationssystem ermöglicht die exakte Planung und Durchführung der Elektrodenplatzierung. Mit dieser Methode lässt sich der Ursprung der epileptischen Anfälle sehr genau lokalisieren, was eine gezielte Operation oder minimalinvasive Behandlung wie die Radiofrequenz-Thermokoagulation der betroffenen Hirnareale erlaubt.
Die Einführung dieser Technik am HUC stellt einen bedeutenden Fortschritt für die medizinische Versorgung auf den Kanaren dar. Bisher mussten Patienten mit refraktärer Epilepsie oft zur Diagnostik und Behandlung auf das spanische Festland oder ins Ausland überwiesen werden. Die Verfügbarkeit der SEEG vor Ort vermeidet solche Verlegungen und ermöglicht eine umfassende Betreuung innerhalb des öffentlichen Gesundheitssystems der Kanaren.
Die erfolgreiche Implementierung der SEEG-Technik gelang durch die enge Zusammenarbeit verschiedener Fachabteilungen des HUC, darunter Neurochirurgie, Neurologie, Neurophysiologie, Anästhesiologie, Radiologie sowie spezialisiertes Pflegepersonal. Vor der Einführung durchlief das Team umfangreiche Fortbildungen in nationalen und internationalen Referenzzentren, unter anderem am Montreal Neurological Institute in Kanada, einem weltweit führenden Zentrum für Epilepsiechirurgie und Stereoenzephalographie.
Mit dem Ausbau der diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten stärkt das HUC seine führende Position in der Behandlung von therapieresistenter Epilepsie. Patienten auf den Kanaren profitieren nun von innovativen Verfahren der Spitzenmedizin, die eine individuell angepasste Behandlung ermöglichen und die Lebensqualität Betroffener deutlich verbessern können. Die Investition in diese hochkomplexe Technologie unterstreicht das Engagement des Krankenhauses für medizinische Exzellenz und die Versorgung der Bevölkerung der Kanarischen Inseln auf höchstem Niveau.
Quelle: www3.gobiernodecanarias.org
Zum Original