IAG prüft Kauf von easyJet – Regulierungen in Europa bremsen Übernahmepläne – Tourismus (Flugzeuge Airport)

IAG prüft Kauf von easyJet – Regulierungen in Europa bremsen Übernahmepläne

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Von Thomas John - Redaktion Kanaren Nachrichten

18 Juni, 2026

IAG, die Muttergesellschaft von Iberia, British Airways, Aer Lingus und Vueling, hat ihre Bereitschaft signalisiert, eine Übernahme der britischen Billigfluggesellschaft easyJet zu prüfen. Luis Gallego, CEO von IAG, bezeichnete die Idee zwar eher als strategische Überlegung denn als konkretes Angebot, betonte aber, dass eine solche Transaktion durchaus „exploriert“ werden könne. Zugleich wies er auf die erheblichen regulatorischen Hürden hin, die eine Übernahme im europäischen Wettbewerbskontext erschweren.

Die Debatte um die Konsolidierung innerhalb der europäischen Luftfahrtbranche gewinnt damit an Fahrt. Gallego sieht easyJet als Beispiel für die Notwendigkeit, in Europa größere Fluggesellschaftsgruppen zu bilden, um wettbewerbsfähig gegenüber internationalen Großkonzernen zu bleiben. Die Luftfahrtmärkte außerhalb Europas konzentrieren sich zunehmend auf wenige große Player, was den Druck auf die europäischen Airlines erhöht, sich zu verbünden oder zu fusionieren.

Hintergrund dieser Überlegungen ist auch der jüngste Versuch von Castlelake, einem US-amerikanischen Private-Equity-Investor, eine Beteiligung an easyJet zu erwerben. IAG hält sich zu diesem Angebot bedeckt und führt keine Gespräche mit Castlelake. Ein zentraler Streitpunkt ist die Frage, ob ein europäischer Partner für eine Übernahme notwendig wäre, um die EU-Regeln zu Eigentum und Kontrolle einzuhalten. Zudem müssten mögliche Partner die strengen kartellrechtlichen Anforderungen der EU-Kommission passieren, was angesichts vergangener Erfahrungen mit Übernahmen in der Branche eine Herausforderung darstellt.

Gallego kritisiert die bisherige Praxis der EU-Kommission, Fusionen von Fluggesellschaften ausschließlich anhand von Überschneidungen bei Direktverbindungen zu bewerten. Er fordert eine umfassendere Betrachtung, die auch Umsteigeverkehre sowie die Bedeutung großer Drehkreuze einbezieht. Für Netzwerke mit Langstreckenflügen und Verbindungen zu wichtigen Airports in Europa, Amerika und anderen Regionen sei dieser Ansatz entscheidend.

Diese Haltung steht in direktem Zusammenhang mit dem gescheiterten Übernahmeversuch von Air Europa durch IAG. Im Jahr 2024 gab IAG die geplante Übernahme des verbliebenen 80-Prozent-Anteils an der spanischen Fluggesellschaft auf, nachdem die EU-Kommission Auflagen gefordert hatte, die das Geschäft wirtschaftlich unrentabel machten. Gallego betonte, dass die Integration von Air Europa den Kunden und speziell dem Flughafen Madrid als Hub zugutekommen hätte. Dennoch sieht er IAG in der Lage, auch ohne diese Übernahme weiter zu wachsen, zumal der Konzern weiterhin eine Minderheitsbeteiligung an Air Europa hält.

Die Situation bei easyJet verdeutlicht die grundsätzliche Frage, wie weit die EU-Fusionskontrolle künftig größere Zusammenschlüsse im Luftverkehr zulassen wird. Dies betrifft nicht nur die touristischen Hochsaisonmärkte, sondern auch die strategisch wichtigen europäischen Herkunftsmärkte. Die Strategie von IAG zeigt sich selektiv: So hat der Konzern in diesem Jahr von einer Beteiligung an der portugiesischen TAP abgesehen, nachdem keine Kontrolle über die Airline gesichert werden konnte. Große Übernahmen außerhalb Europas, etwa eine tiefere Integration mit American Airlines, schließt Gallego derzeit aus und setzt auf die bestehende transatlantische Allianz.

Der gescheiterte Deal mit Air Europa ist für die aktuelle Vorsicht in Brüssel mitverantwortlich. IAG hatte 2019 den Kauf für rund 1 Milliarde Euro angekündigt, später den Preis pandemiebedingt angepasst und 2023 den Abschluss der Übernahme geplant. Die EU-Kommission verlangte jedoch umfangreiche Zugeständnisse, unter anderem zur Erhaltung des Wettbewerbs bei Inlandsflügen und Langstreckenverbindungen. IAG bot erhebliche Kapazitätsverzichte an, doch die Bedingungen entwerteten das Geschäft wirtschaftlich, sodass der Konzern im August 2024 den Kauf endgültig aufgab.

Neben den Übernahmeplänen sprach Luis Gallego auch die steigenden Treibstoffkosten an, die wegen des Konflikts im Iran stark angestiegen sind. Seit Ausbruch des Konflikts hätten sich die Preise für Kerosin verdoppelt, was eine erhebliche Belastung darstelle, da Treibstoff rund ein Viertel der Gesamtkosten bei IAG ausmache. Trotz dieser Herausforderung sieht sich der Konzern heute mit einer stärkeren Bilanz, einem geringeren Verschuldungsgrad und einer robusten Liquiditätslage gut aufgestellt, um den schwierigen Marktbedingungen zu begegnen.

Quelle: hosteltur.com
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Hinweis: Diese Kurzmeldung wurde redaktionell aufbereitet und basiert auf öffentlich zugänglichen spanischen Quellen. Inhalte werden geprüft und verständlich zusammengefasst.

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