Die Kanarischen Inseln setzen auf eine neue Strategie, um die anhaltende Wohnungsnot zu lindern: Die Regionalregierung hat am 15. Juni ein Kooperationsprotokoll mit den wichtigsten Bauunternehmerverbänden der Inseln unterschrieben, das die Industrialisierung des Bauwesens vorantreiben soll. Mit diesem Schritt wollen die Behörden gemeinsam mit der Privatwirtschaft den Bauprozess effizienter, nachhaltiger und schneller gestalten.
Manuel Domínguez, Vizepräsident der Regierung und zuständig für Wirtschaft, Industrie und Handel, betonte die Bedeutung der industriellen Bauweise als Schlüssel zur Bewältigung der Wohnraumkrise auf den Inseln. „Wir brauchen neue Wege, die Bauzeiten zu verkürzen, die Qualität zu verbessern und den Zugang zu bezahlbarem Wohnraum zu erleichtern“, erklärte Domínguez. Dabei setzt die Regierung auf eine enge Zusammenarbeit mit der Bauwirtschaft, die essenziell für die Transformation des Sektors in den Kanaren ist.
Das Protokoll wurde gemeinsam mit María Salud San Gil, Präsidentin des Verbandes der Bauunternehmer und Bauträger von Las Palmas, und Olga Sanfiel, Vorsitzende der Provinzverbände der Bauindustrie von Santa Cruz de Tenerife, unterzeichnet. Es sieht die Einrichtung von zwei technischen Büros für industrielle Bauweise vor, eines auf Teneriffa und eines auf Gran Canaria. Diese Büros erhalten jeweils ein Budget von 200.000 Euro und sollen verschiedene Aufgaben übernehmen, darunter die Entwicklung von Schulungsprogrammen, Förderung von Innovation und Digitalisierung sowie die Unterstützung von Nachhaltigkeits- und Kreislaufwirtschaftsprojekten.
Die technischen Büros sollen zudem kleinen und mittleren Unternehmen sowie Selbstständigen mit fachlicher Beratung zur Seite stehen. Sie organisieren Seminare und Informationsveranstaltungen und fördern die Integration junger Fachkräfte in die Branche. Durch diese Maßnahmen erhofft sich die Regierung eine Beschleunigung der Bauvorhaben, Kostensenkungen und eine Verbesserung der Bauqualität und Arbeitssicherheit.
Olga Sanfiel hob hervor, dass die industrielle Bauweise bereits von einigen Unternehmen auf den Kanaren angewendet wird und ein wichtiger Baustein zur Lösung der akuten Wohnungsnot darstellt. María Salud San Gil verwies auf die tiefgreifende Transformation des Bausektors in den letzten Jahren, die durch effizientere und effektivere Bauprozesse gekennzeichnet sei.
Das Abkommen ist zunächst auf drei Jahre angelegt und kann jährlich verlängert werden. Eine gemeinsame Kontrollkommission, bestehend aus Vertretern der Regierung und der Verbände, wird die Umsetzung überwachen und gegebenenfalls Anpassungen vorschlagen. Insgesamt soll die Initiative die Modernisierung der Bauwirtschaft auf den Kanaren vorantreiben und den dringend benötigten Wohnungsbau beschleunigen. Für Bewohner, Urlauber und potenzielle Auswanderer auf den Kanaren bedeutet dies langfristig bessere Chancen auf bezahlbaren Wohnraum und eine nachhaltigere Bauweise.
Mit der Industrialisierung des Bauens reagieren die Kanarischen Inseln auf die Herausforderungen der Wohnungsnot und die Notwendigkeit, den Bausektor zu modernisieren. Die Kombination aus öffentlicher Förderung und privater Initiative soll die Bauwirtschaft effizienter machen und dabei ökologische Aspekte stärker berücksichtigen. So entsteht ein innovatives Modell, das auch als Vorbild für andere Regionen dienen kann.
Quelle: www3.gobiernodecanarias.org
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