Die Guardia Civil hat im Süden Teneriffas eine organisierte kriminelle Gruppe ausgehoben, die sich auf den Diebstahl und illegalen Handel mit hochwertigen Fahrzeugen spezialisiert hatte. Die Bande schmuggelte Luxusautos aus mehreren europäischen Ländern nach Spanien, insbesondere auf die Kanarischen Inseln, und erzielte durch betrügerische Machenschaften einen Schaden von mehr als 1,3 Millionen Euro.
Die Ermittlungen, die vom Hauptposten Playa de las Américas koordiniert wurden, führten zur Festnahme eines 41-jährigen Mannes in Adeje. Eine weitere Person wird derzeit noch als Beschuldigter geführt und ist Gegenstand der laufenden Ermittlungen. Den Beteiligten werden unter anderem Betrug, Urkundenfälschung, Geldwäsche und Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung vorgeworfen.
Die Täter hatten eine ausgeklügelte Struktur: Sie schlossen im Ausland betrügerische Leasing- oder Mietverträge für die Fahrzeuge ab, die sie anschließend nicht einhielten. Die Autos wurden per Landweg oder Schiff auf die Kanarischen Inseln gebracht. Dort verfälschte die Gruppe die offiziellen Fahrzeugpapiere, um die Autos neu zuzulassen und unauffällig an Dritte weiterzuverkaufen. Dadurch war es für die ursprünglichen Eigentümer und Behörden schwer, die Fahrzeuge zurückzuverfolgen oder zu sichern.
Während der Durchsuchung der Wohnung des Hauptverdächtigen in Adeje beschlagnahmte die Polizei 5.800 Euro Bargeld, ein Mobiltelefon, sieben USB-Sticks, eine Festplatte sowie umfangreiche Dokumente, die mit den illegalen Transaktionen in Verbindung stehen.
Die Ermittlungen werden unter der Leitung des Amtsgerichts Arona geführt. Die Behörden schließen weitere Festnahmen nicht aus und prüfen eine internationale Zusammenarbeit, um zusätzliche gestohlene Fahrzeuge in den Kanaren und anderen europäischen Regionen zu identifizieren und sicherzustellen.
Betroffen von der Betrugsmasche sind mehrere europäische Unternehmen aus den Bereichen Fahrzeugmiete, Leasing und Handel. Vor dem Hintergrund der aktuellen Fälle weist die Guardia Civil darauf hin, bei Angeboten für Luxusautos mit ungewöhnlich niedrigen Preisen besonders vorsichtig zu sein. Es wird empfohlen, die Identität des Verkäufers genau zu überprüfen, sicherzustellen, dass die Fahrzeug-Identifikationsnummer (FIN) mit den Papieren übereinstimmt, und vor dem Kauf einen offiziellen Verwaltungsbericht einzuholen.
Diese Hinweise sollen potenzielle Käufer vor betrügerischen Geschäften schützen und helfen, den illegalen Handel mit gestohlenen Fahrzeugen einzudämmen. Die Ermittlungen dauern an, und es wird mit weiteren Maßnahmen gerechnet, um die organisierte Kriminalität in diesem Bereich zu bekämpfen.
Quelle: diariodeavisos.elespanol.com
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