Carlos Soler Liceras, ein erfahrener Ingenieur und ehemaliger Leiter der Wasserplanung in den Kanarischen Inseln, äußert sich kritisch zur aktuellen Wasserpolitik. In einem Interview erklärt er, dass der Klimawandel als Vorwand genutzt wird, um Notfälle im Wassersektor auszurufen und die Errichtung von Entsalzungsanlagen voranzutreiben. Diese Maßnahmen geschehen seiner Meinung nach ohne technische Rechtfertigung und ohne ausreichende Diskussion über alternative Lösungen. Soler betont, dass über 50 % des gelieferten Wassers in den kommunalen Netzen verloren gehen, was die Notwendigkeit von Entsalzungsanlagen in Frage stellt.
Soler, der seit 1978 in der Wasserwirtschaft der Kanaren tätig ist, hebt hervor, dass die wahre Ursache der Wasserknappheit in den hohen Verlusten innerhalb der bestehenden Infrastruktur liegt. Er kritisiert die Entscheidungsträger dafür, dass sie anstelle von Investitionen in die Reparatur der Wasserverluste auf teure Entsalzungsanlagen setzen. Diese seien nicht nur kostspielig in der Installation und im Betrieb, sondern würden auch eine gefährliche Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen schaffen.
Darüber hinaus verweist Soler auf die aktuelle Diskussion über die Präsenz von Mikroplastik in den Aquiferen, die seiner Meinung nach nicht ausreichend untersucht wurde. Er stellt die Zuverlässigkeit der bisherigen Studien in Frage und fordert eine sorgfältigere Analyse der Wasserproben. Abschließend fordert er eine grundlegende Überprüfung der Wasserstrategie auf den Kanarischen Inseln, um die tatsächlichen Probleme im Wassermanagement anzugehen und nachhaltige Lösungen zu finden.
Quelle: dariodeavisos
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