Lanzarote hat sich als die Kanarische Insel mit dem höchsten Pro-Kopf-Recycling von Glasverpackungen etabliert. Im Jahr 2025 wurden hier durchschnittlich 43,9 Kilogramm Glas pro Einwohner recycelt, was mehr als dem Doppelten des spanischen Durchschnitts von 20 Kilogramm entspricht. Diese Leistung ist besonders bemerkenswert angesichts der intensiven touristischen und gastronomischen Aktivitäten auf der Insel, die üblicherweise zu einem höheren Verbrauch von Einwegverpackungen führen.
Die Kanarischen Inseln insgesamt verzeichneten im gleichen Zeitraum ein Recyclingvolumen von über 47.800 Tonnen Glas, was einem Durchschnitt von 21,3 Kilogramm pro Einwohner entspricht. Damit lag die Region über dem nationalen Schnitt, der bei 20 Kilogramm pro Person liegt. Insgesamt wurden auf den Inseln etwa 164 Millionen Glasverpackungen recycelt, das entspricht mehr als 448.000 Behältern täglich oder rund 300 pro Minute.
Trotz dieser positiven Zahlen sank die Menge des gesammelten Glases im Vergleich zum Vorjahr um drei Prozent. Dieser Rückgang steht im Zusammenhang mit einem insgesamt geringeren Verbrauch von Glasverpackungen. Neben Lanzarote führt Fuerteventura mit 35,9 Kilogramm pro Einwohner das Ranking an, gefolgt von La Palma (20,8 kg), La Gomera (19,7 kg), Gran Canaria (18,9 kg), El Hierro (18,5 kg) und Tenerife (17,6 kg).
Auch auf kommunaler Ebene zeigt sich der Erfolg Lanzarotes im Glasrecycling: Tías erreichte mit 118,5 Kilogramm pro Einwohner den Spitzenplatz unter Gemeinden mit mehr als 10.000 Einwohnern, gefolgt von Yaiza mit 115,5 Kilogramm. Mogán auf Gran Canaria komplettiert die Top Drei mit 91,9 Kilogramm pro Kopf. Diese Zahlen basieren auf der ansässigen Bevölkerung, berücksichtigen jedoch auch den Einfluss der touristischen und gastronomischen Aktivitäten vor Ort.
Ein zentrales Problem für das Glasrecycling ist der Rückgang während der Urlaubszeiten. Eine Studie von Ecovidrio zeigt, dass 27 Prozent der Spanier beim Reisen das Recycling von Glas einstellen. Hauptgründe sind Unwissenheit über die Standorte der Recyclingcontainer (38 Prozent), fehlender Platz zur Mülltrennung in Unterkünften (13 Prozent) sowie die Müllentsorgung durch Dritte in Hotels (12 Prozent). Zudem geben neun Prozent der Befragten an, aus Bequemlichkeit nicht zu recyceln.
Altersunterschiede sind ebenfalls erkennbar: Ältere Menschen über 64 Jahre behalten ihre Recyclinggewohnheiten auch im Urlaub eher bei, während jüngere zwischen 18 und 34 Jahren dazu neigen, unregelmäßiger zu recyceln.
Um dem Rückgang entgegenzuwirken, hat Ecovidrio die Kampagne „No cerramos por vacaciones“ gestartet. Diese richtet sich an Einheimische und Touristen gleichermaßen und will das Bewusstsein für die Bedeutung des Glasrecyclings während der Ferienzeit stärken, in der die Menge an Einwegglasverpackungen besonders hoch ist. Die Initiative soll helfen, die Nutzung der grünen Container auch in Spitzenzeiten aufrechtzuerhalten und so die Umweltbelastung durch Glasabfälle zu verringern.
Quelle: laprovincia.es
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