Die Polizei von Gran Canaria hat gemeinsam mit dem kanarischen Regierungs- und Umweltdienst sowie den Hafenbehörden ein neues Programm zur Bekämpfung der Kalifornischen Königsnatter initiiert. Ziel ist es, die ungewollte Verbreitung dieser invasiven Art zu verhindern, die seit ihrer ersten Sichtung im Jahr 1998 in Telde eine signifikante Ausbreitung auf der Insel erfahren hat. Invasive Arten stellen nicht nur eine Bedrohung für die heimische Flora und Fauna dar, sondern können auch erhebliche wirtschaftliche Auswirkungen auf die Landwirtschaft und den Tourismus haben. Gerade für die deutschsprachige Gemeinschaft auf den Kanaren, die oft eng mit der Natur verbunden ist, ist dieses Thema von großer Bedeutung.
Im Rahmen des Programms #STOPCULEBRAREAL werden zufällige Kontrollen von Fahrzeugen in den Hafenbereichen durchgeführt, insbesondere im Hafen von Las Nieves in Agaete. Dieser Hafen ist aufgrund seines hohen Passagieraufkommens von über einer Million Reisenden im Jahr 2024 und seiner Nähe zu Populationen der Königsnatter als kritischer Punkt identifiziert worden. Die Kontrollen werden von spezialisierten Einheiten der Polizei, einschließlich einer Hundestaffel, durchgeführt, die 2023 ihre Arbeit aufgenommen hat. Die Präsenz dieser Einheiten soll nicht nur abschreckend wirken, sondern auch die Bevölkerung sensibilisieren. Für die Bewohner und Besucher der Insel ist es wichtig zu wissen, dass solche Maßnahmen ergriffen werden, um das empfindliche Ökosystem der Kanaren zu schützen.
Die Maßnahmen basieren auf Erkenntnissen aus der Vergangenheit, als bereits ähnliche Kontrollen durchgeführt wurden. Es wurde festgestellt, dass die Tiere sich möglicherweise in Fahrzeugen verstecken und so unbemerkt zwischen verschiedenen Orten transportiert werden. Diese Hypothese wurde 2024 durch den Nachweis eines unabsichtlichen Transports eines Exemplars über 20 Kilometer zwischen Gáldar und Agaete gestützt. Solche Vorfälle verdeutlichen die Dringlichkeit und Notwendigkeit der Kontrollen, denn die Königsnatter kann sich schnell an neue Umgebungen anpassen und eine Bedrohung für die einheimischen Arten darstellen.
In einer zweiten Phase wird das Programm auch auf Fuerteventura ausgeweitet, wo zusätzlich zu den Kontrollen der Königsnatter auch andere invasive Arten wie die Maurische Eichhörnchen und der Jemenchamäleon überwacht werden sollen. Diese Maßnahmen werden in Zusammenarbeit mit dem kanarischen Frühwarnnetzwerk für invasive Arten, RedEXOS, koordiniert. Für die deutschsprachige Bevölkerung auf den Kanaren, die oft an Natur- und Tiererlebnissen interessiert ist, ist es wichtig zu wissen, dass die Regierung aktiv gegen die Bedrohung durch invasive Arten vorgeht.
Die Sensibilisierung der Öffentlichkeit ist ein weiterer wichtiger Bestandteil des Programms. Schulen, lokale Organisationen und die Medien werden in die Aufklärung eingebunden, um das Bewusstsein für die Gefahren invasiver Arten zu schärfen. Für die deutschsprachige Gemeinschaft kann dies auch eine Chance sein, sich aktiv an solchen Initiativen zu beteiligen und zu zeigen, dass der Schutz der Natur eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe ist.
Letztlich trägt das Programm nicht nur zum Schutz der Biodiversität der Kanaren bei, sondern auch zur Erhaltung der einzigartigen Natur, die viele Deutsche und andere Ausländer anzieht. Die Kanaren sind nicht nur ein Urlaubsziel, sondern auch ein Lebensraum, der geschützt werden muss.