Auf Teneriffa werden aktuell 238 minderjährige Migranten ohne Begleitung und junge Erwachsene, die kürzlich aus der Betreuung entlassen wurden, in einem vom Gobierno de Canarias geförderten Programm ausgebildet. Die Teilnehmer stammen aus verschiedenen Einrichtungen der Insel, was eine breite regionale Vertretung gewährleistet. Das Programm der Handelskammer von Santa Cruz de Tenerife bietet eine duale Berufsausbildung an, die sowohl theoretischen Unterricht als auch praktische Phasen in Unternehmen umfasst. Durch diese Kombination sollen die Jugendlichen besser auf den Arbeitsmarkt vorbereitet werden und eine nachhaltige berufliche Perspektive erhalten.
Die Ausbildung umfasst dreizehn verschiedene Kurse, die zu einem Berufsabschluss führen können. Diese Kurse wurden nach einer Analyse der lokalen Wirtschaft entwickelt, um die Branchen mit den besten Beschäftigungsaussichten abzudecken. Zu den angebotenen Fachbereichen gehören unter anderem Installation und Wartung, Gastronomie und Tourismus, Landwirtschaft, Handel und Marketing sowie Verwaltung und Management. Momentan laufen drei Schwerpunktkurse mit insgesamt 63 Plätzen, darunter Sanitär- und Klimaanlageninstallation, Grundservice im Restaurant- und Barbereich sowie Gartenbau und Pflanzenpflege. Zusätzlich werden Kurse in Grundfertigkeiten der Küchenarbeit sowie Auftragsvorbereitung angeboten.
Die Ausbildung findet in vier vom Servicio Canario de Empleo anerkannten Einrichtungen statt, die mit modernen Werkstätten und Unterrichtsräumen ausgestattet sind. So erhalten die Auszubildenden nicht nur theoretisches Wissen, sondern können dieses auch direkt praktisch anwenden. Die Finanzierung des Programms erfolgt durch einen Zuschuss von 500.000 Euro, der sowohl die Handelskammern von Gran Canaria als auch von Santa Cruz de Tenerife unterstützt. Die Sozialbehörden der Kanarischen Inseln arbeiten eng mit der Handelskammer zusammen, um die soziale und berufliche Integration der jungen Migranten zu fördern.
Das Projekt zielt darauf ab, den Jugendlichen eine eigenständige Lebensführung zu ermöglichen und ihnen eine respektvolle und nützliche gesellschaftliche Rolle zu bieten. Gleichzeitig soll durch die auf die Bedürfnisse der Unternehmen abgestimmte Ausbildung die Beschäftigungsfähigkeit der Teilnehmer verbessert werden, was auch dem wirtschaftlichen und sozialen Fortschritt der Kanarischen Inseln dient.
Parallel dazu feiert das Programm „Tierra Firme“ sein zweijähriges Bestehen, das junge Afrikaner in ihren Herkunftsländern Senegal, Mauretanien und Kap Verde ausbildet. Von den dort 400 geschulten Teilnehmern haben 36 Prozent eine feste Anstellung gefunden, meist in Unternehmen, bei denen sie zuvor Praktika absolvierten. Dieses hohe Beschäftigungsniveau gilt als Erfolgskriterium des Programms, das auf die reale Nachfrage des Arbeitsmarktes ausgerichtet ist.
Die enge Zusammenarbeit mit lokalen Behörden und Unternehmen vor Ort trägt dazu bei, dass viele der jungen Menschen nach ihrer Ausbildung in der Region bleiben und arbeiten können. Die duale Berufsausbildung, die in Zusammenarbeit mit spanischen Handelskammern und offiziellen Bildungseinrichtungen in den Herkunftsländern durchgeführt wird, hat sich als effektiver Weg erwiesen, um junge Menschen davon abzuhalten, gefährliche Überfahrten nach Europa zu wagen.
Die laufenden Ausbildungsmaßnahmen auf Teneriffa bieten den jungen Migranten eine konkrete Chance, sich beruflich zu etablieren und langfristig in die Gesellschaft der Kanarischen Inseln integriert zu werden. Weitere Programme und Kooperationen sind geplant, um diese Entwicklung fortzuführen und zu verstetigen.
Quelle: diariodeavisos.elespanol.com
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