Die Mietpreise auf den Kanarischen Inseln haben ihren Anstieg erneut fortgesetzt und gehören inzwischen zu den höchsten in ganz Spanien. Die Banco de España weist darauf hin, dass Wohnungen, die erstmals vermietet werden, durchschnittlich 16,6 Prozent teurer sind als bereits vermietete Immobilien. Diese sogenannte „Eintrittsprämie“ hat sich in den letzten vier Jahren deutlich erhöht und ist ein wesentlicher Treiber für die steigenden Mietkosten.
Die Kanarischen Inseln verzeichnen seit 55 Monaten in Folge kontinuierliche Mietpreissteigerungen. Im Mai lag der durchschnittliche Mietpreis bei 16,28 Euro pro Quadratmeter, was einem Jahreszuwachs von etwa 8 Prozent entspricht. Die Nachfrage nach Mietwohnungen bleibt hoch, während das Angebot begrenzt ist, was den Preisanstieg zusätzlich befeuert.
Die Marktsituation auf den Inseln spiegelt die Struktur des spanischen Wohnungsmarktes wider: Rund 76 Prozent der Vermieter besitzen nur eine Wohnung, weitere 15 Prozent haben zwei Immobilien im Portfolio. Diese Vielzahl kleiner Eigentümer entscheidet maßgeblich über die Mietpreisentwicklung, da sie den Großteil des Mietwohnungsbestands kontrollieren. Gleichzeitig profitieren größere Vermieter besonders von der steigenden Nachfrage und den dadurch höheren Renditen.
Die langfristig anhaltenden Mietpreissteigerungen haben dazu geführt, dass viele Eigentümer, die zuvor zögerten, ihre Wohnungen zu vermieten, nun verstärkt auf den Mietmarkt drängen. Die höhere Rentabilität durch steigende Mieten und Wertzuwächse trägt dazu bei, dass in Spanien jährlich etwa 95.000 zusätzliche Wohnungen neu vermietet werden. Die jährliche Gesamtrendite aus Miete und Wertsteigerung liegt zwischen 2020 und 2024 bei rund 9,5 Prozent.
Innerhalb der Kanaren zeigen sich regionale Unterschiede: Während in der Provinz Santa Cruz de Tenerife die Mieten um 9 Prozent auf 16,17 Euro pro Quadratmeter stiegen, legte Las Palmas um 7,3 Prozent auf 16,42 Euro zu. Besonders stark verteuerten sich die Mieten in Kommunen wie Telde mit einem Anstieg von 21,8 Prozent sowie in Candelaria und Puerto de la Cruz mit Steigerungen von etwa 14 bis 15 Prozent. Die teuerste Gemeinde ist San Bartolomé de Tirajana mit knapp 21,70 Euro pro Quadratmeter, am günstigsten ist La Orotava.
Die Banco de España weist darauf hin, dass die hohe Renditeerwartung der Vermieter ein wichtiger Anreiz für die Ausweitung des Mietwohnungsangebots ist. Gleichzeitig warnt sie davor, dass staatliche Maßnahmen zur Begrenzung von Mietpreisen dieses Angebot reduzieren könnten. Eine geringere Rendite könnte Eigentümer davon abhalten, neue Wohnungen anzubieten, was das knappe Angebot weiter verschärfen würde.
Für Bewohner, Urlauber und Auswanderer auf den Kanaren bedeutet diese Entwicklung steigende Wohnkosten und eine angespannte Mietmarktsituation. Die steigenden Preise spiegeln die anhaltende Nachfrage und das begrenzte Angebot wider. Ob und wie politische Maßnahmen in Zukunft Einfluss auf das Mietpreisniveau nehmen werden, bleibt abzuwarten. Aktuell bleibt abzuwarten, wie sich die Dynamik zwischen Nachfrage, Angebot und politischen Eingriffen weiterentwickelt und welchen Einfluss dies auf die Erschwinglichkeit von Wohnraum auf den Kanarischen Inseln haben wird.
Quelle: laprovincia.es
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