Nach Sturm Therese: Anwohner von El Pris kämpfen weiter mit den Folgen und gegen Baupläne – Wetter auf Kanaren (Regenw…

Nach Sturm Therese: Anwohner von El Pris kämpfen weiter mit den Folgen und gegen Baupläne

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Von Thomas John - Redaktion Kanaren Nachrichten

20. September 2026

Fast sechs Monate sind vergangen, seit das Unwetter Therese das kleine Küstendorf El Pris in Tacoronte auf Teneriffa schwer getroffen hat. Am 19. März kämpften viele Bewohner verzweifelt gegen eindringendes Hochwasser, das durch heftige Regenfälle von den umliegenden Hängen ins Dorf strömte. Die Folge waren überflutete Straßen, beschädigte Häuser und die Evakuierung mehrerer Familien. Das Dorf war zeitweise durch Erdrutsche abgeschnitten, sodass einige Anwohner die Katastrophe beinahe allein bewältigen mussten.

Dulce María Delgado und ihr Ehemann Vicente Herrera erlebten die Flutkatastrophe hautnah. Ihr dreistöckiges Haus, das sich steil an den Hang schmiegt, wurde von den Wassermassen durchflutet. Das Wasser drang durch die Haustür und lief die Treppen hinunter, bis es fast alle Räume erreichte. Schlamm verunreinigte Wände, Möbel und persönliche Gegenstände. Trotz der Hilfe von elf Nachbarn, die das Wasser und den Schlamm entfernten, blieb der Schaden groß. Die Versicherung stellte dem Paar 5.325 Euro zur Verfügung, doch diese Summe reicht nicht aus, um das Haus vollständig wiederherzustellen.

Die Familie steht weiterhin vor erheblichen Reparaturkosten, die sie selbst tragen müssen. Dulce beschreibt die Situation als sehr belastend, vor allem weil die Angst vor neuen Regenfällen geblieben ist. Das Geräusch von Regentropfen auf dem Dach löst bei ihr Panik aus, und ihr Mann hat Schwierigkeiten, den unteren Hausbereich zu betreten.

Mehr als 25 Bewohner aus etwa zehn Familien mussten während des Sturms wegen Erdrutschgefahr kurzfristig evakuiert werden. Zwar konnten sie nach zwei Tagen zurückkehren, doch viele Häuser zeigen noch immer Schäden. Auch andere Familien berichten von unzureichender Entschädigung durch die Versicherung und müssen Reparaturen privat finanzieren. Die Angst vor erneuten Lecks und Überschwemmungen ist besonders für Haushalte mit kleinen Kindern belastend.

Um künftige Hochwasserkatastrophen zu verhindern, hat das Cabildo de Tenerife ein Projekt mit einem Budget von 1,5 Millionen Euro vorgeschlagen. Geplant ist die Installation eines 1,5 Meter durchmessenden Rohrs, das das Wasser ableiten soll. Dieses Vorhaben stieß bei den Bewohnern jedoch auf Widerstand, da sie negative Auswirkungen auf die Zufahrtsstraßen fürchten. Im August organisierten sie zwei Proteste, woraufhin die Behörden den Baubeginn um zwei Wochen verschoben, um die Pläne zu überarbeiten.

In einem abschließenden Treffen mit den Ingenieuren wurde vorgeschlagen, zunächst ein höher gelegenes Grundstück zu bearbeiten, das maßgeblich zum Oberflächenabfluss beiträgt, bevor die Rohrleitung endgültig geplant wird. Die Umsetzung des Projekts ist weiterhin für etwa acht Monate vorgesehen, das Budget bleibt unverändert.

El Pris steht auch nach sechs Monaten noch mitten im Wiederaufbau und der Angst vor künftigen Überschwemmungen. Die Verzögerung der Schutzmaßnahmen durch Anwohnerproteste zeigt, wie schwierig die Balance zwischen Sicherheit und Alltagserfordernissen im Dorf ist.

Quelle: tenerifeweekly.com
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Hinweis: Diese Kurzmeldung wurde redaktionell aufbereitet und basiert auf öffentlich zugänglichen spanischen Quellen. Inhalte werden geprüft und verständlich zusammengefasst.

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