Protest gegen Loro Parque fordert Freiheit für Meeressäuger auf Teneriffa (Loro Parque)

Protest gegen Loro Parque fordert Freiheit für Meeressäuger

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Von Thomas John - Redaktion Kanaren Nachrichten

10 Mai, 2026

Am Samstagmorgen versammelten sich rund 50 Personen vor dem Loro Parque in Puerto de la Cruz, um gegen die Haltung von Meeressäugern in Zoos zu protestieren. Die Demonstranten riefen Slogans wie „Keine Wassergefängnisse mehr, wir fordern ein freies Leben für die Cetaceen“ und „Sie sind keine Clowns, sie haben das Recht auf Freiheit“. Die Veranstaltung wurde von der Organisation Empty the Tanks initiiert und fand gleichzeitig in mehreren Zoos weltweit statt. Die Polizei war mit mehreren Beamten vor Ort, was die Protestierenden auf frühere Vorfälle bei ähnlichen Veranstaltungen zurückführten.

Die Organisatoren betonten, dass die Protestierenden nicht gegen die Besucher oder Mitarbeiter des Zoos gerichtet seien, sondern vielmehr auf das Leid der Tiere aufmerksam machen wollten. Trotz einiger verbaler Angriffe von Passanten, die den Protest als sinnlos bezeichneten, blieben die Demonstranten friedlich und konzentrierten sich auf ihre Botschaft. In den letzten Jahren hat die Debatte um die ethische Vertretbarkeit von Tierhaltungen in Zoos an Bedeutung gewonnen. Immer mehr Menschen hinterfragen, ob es moralisch vertretbar ist, intelligente und fühlende Wesen wie Delfine und Orcas in Gefangenschaft zu halten, nur um sie für Unterhaltungszwecke vorzuführen.

Einige der Redner, wie Teresa García von Imagine Canarias, erklärten, dass die geringe Teilnehmerzahl teilweise auf die wirtschaftliche Bedeutung des Zoos für die Region zurückzuführen sei. Der Loro Parque ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor in Puerto de la Cruz und zieht jährlich tausende Touristen an. Diese wirtschaftliche Abhängigkeit kann dazu führen, dass viele Anwohner, auch wenn sie die Situation der Tiere im Zoo kritisch sehen, zögern, sich gegen die Einrichtung zu positionieren. Zudem fiel der Protesttermin mit dem Festival Mueca zusammen, was einige Interessierte ablenkte. Das Festival lockt zahlreiche Besucher auf die Straßen und könnte die Aufmerksamkeit von den Tierschutzanliegen ablenken.

Die Teilnehmer forderten ein Umdenken in der Gesellschaft und wiesen darauf hin, dass viele Menschen die Realität der Gefangenschaft von Delfinen und anderen Meeressäugern nicht kennen. Sie hoben hervor, dass diese Tiere fühlende Wesen sind und nicht für Unterhaltungszwecke ausgebeutet werden sollten. In den letzten Jahren haben zahlreiche Dokumentationen und Berichte über die Lebensbedingungen von Meeressäugern in Gefangenschaft für Aufsehen gesorgt. Die Protestierenden forderten die Schaffung von marinen Schutzgebieten als Alternativen zu den aktuellen Zoo-Bedingungen. Solche Schutzgebiete könnten nicht nur den Tieren ein Leben in Freiheit ermöglichen, sondern auch zur Erhaltung der Biodiversität in den Gewässern rund um die Kanaren beitragen.

Für die deutschsprachige Gemeinschaft auf den Kanaren ist es wichtig, sich mit diesen Themen auseinanderzusetzen. Viele haben eine enge Beziehung zur Natur und den Tieren der Inseln. Die Diskussion um die Haltung von Meeressäugern in Zoos könnte auch eine Gelegenheit bieten, sich für den Schutz der heimischen Tierwelt einzusetzen und alternative Freizeitmöglichkeiten zu erkunden, die das Wohl der Tiere in den Vordergrund stellen. Während der Protest die Aufmerksamkeit auf die Missstände lenkt, bleibt zu hoffen, dass er auch zu einem Umdenken bei Besuchern und Entscheidungsträgern führt. Der Schutz von Meeressäugern und deren Lebensräumen sollte für alle, die auf den Kanaren leben oder diese besuchen, eine Herzensangelegenheit sein.

Hinweis: Diese Kurzmeldung wurde redaktionell aufbereitet und basiert auf öffentlich zugänglichen spanischen Quellen. Inhalte werden geprüft und verständlich zusammengefasst.

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