Am Samstag, dem 11. April, wird auf Lanzarote ein Zentrum für unbegleitete minderjährige Migranten in der Gemeinde Tías geschlossen. Der Grund für die Schließung ist, dass die verbleibenden Jugendlichen in den kommenden Tagen 18 Jahre alt werden und somit in Wohnungen für ehemalige Pflegekinder umgesiedelt werden. Aktuell leben dort noch 13 Minderjährige, die in fünf verfügbaren Einrichtungen auf der Insel untergebracht werden können, die insgesamt 25 Plätze bieten.
Die Direktion für Kinderschutz hat erklärt, dass es nicht genügend Minderjährige gibt, um das Zentrum weiterhin in vollem Umfang zu betreiben. Die Schließung erfolgt im Rahmen von Maßnahmen gemäß Artikel 35 des Ausländerrechts, die eine Umverteilung von Minderjährigen auf das spanische Festland vorsehen. Diese Maßnahmen haben den Druck auf die bestehenden Einrichtungen verringert und führen zu einer Umstrukturierung der Zentren.
Das Zentrum in Máchers war in der Vergangenheit wegen Vorwürfen von Misshandlungen in die Schlagzeilen geraten. Berichten zufolge gab es im Januar 2025 Anschuldigungen über Gewalt und Drohungen gegen die dort lebenden Jugendlichen. Mitarbeiter berichteten von unzureichender Versorgung mit Nahrungsmitteln und Wasser sowie von einem schlechten Zustand der Einrichtungen. Einige Angestellte haben daraufhin ihre Arbeitsverhältnisse gekündigt oder sind krankgeschrieben worden, nachdem sie auf die Missstände hingewiesen hatten.
Das Zentrum wurde von der Stiftung zur Förderung sozialer Aktionen (Fepas) betrieben, die auch für einen weiteren umstrittenen Standort auf Lanzarote verantwortlich war, der nach einer Untersuchung der Guardia Civil geschlossen wurde. Diese hatte Vorwürfe gegen Mitarbeiter erhoben, die Jugendliche bedroht und unter Druck gesetzt haben sollen.
Quelle: el diario canarias ahora
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