Schließung eines Migrantenzentrums auf Lanzarote aufgrund fehlender Minderjähriger – Leben (Jugendliche Migranten)

Schließung eines Migrantenzentrums auf Lanzarote aufgrund fehlender Minderjähriger

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Von Thomas John - Redaktion Kanaren Nachrichten

11 April, 2026

Am Samstag, dem 11. April, wird auf Lanzarote ein Zentrum für unbegleitete minderjährige Migranten in der Gemeinde Tías geschlossen. Der Grund für die Schließung ist, dass die verbleibenden Jugendlichen in den kommenden Tagen 18 Jahre alt werden und somit in Wohnungen für ehemalige Pflegekinder umgesiedelt werden. Aktuell leben dort noch 13 Minderjährige, die in fünf verfügbaren Einrichtungen auf der Insel untergebracht werden können, die insgesamt 25 Plätze bieten. Diese Umstrukturierung ist ein Zeichen dafür, wie dynamisch die Situation in den Migrantenunterkünften ist und wie schnell sich die Bedürfnisse der Betroffenen ändern können.

Die Direktion für Kinderschutz hat erklärt, dass es nicht genügend Minderjährige gibt, um das Zentrum weiterhin in vollem Umfang zu betreiben. Die Schließung erfolgt im Rahmen von Maßnahmen gemäß Artikel 35 des Ausländerrechts, die eine Umverteilung von Minderjährigen auf das spanische Festland vorsehen. Diese Regelung soll sicherstellen, dass die Jugendlichen eine angemessene Betreuung und Integration erhalten, was in den überlasteten Einrichtungen auf den Kanaren nicht immer gewährleistet ist. Für die deutschsprachige Gemeinschaft auf den Kanaren ist dies von Bedeutung, denn es zeigt die Herausforderungen, mit denen die lokale Regierung konfrontiert ist, sowie die Bemühungen, eine humane und faire Behandlung von Migranten zu gewährleisten.

Das Zentrum in Máchers war in der Vergangenheit wegen Vorwürfen von Misshandlungen in die Schlagzeilen geraten. Berichten zufolge gab es im Januar 2025 Anschuldigungen über Gewalt und Drohungen gegen die dort lebenden Jugendlichen. Mitarbeiter berichteten von unzureichender Versorgung mit Nahrungsmitteln und Wasser sowie von einem schlechten Zustand der Einrichtungen. Diese Missstände werfen ein kritisches Licht auf die Arbeitsbedingungen und die Qualität der Betreuung, die den Minderjährigen zuteilwird. Einige Angestellte haben daraufhin ihre Arbeitsverhältnisse gekündigt oder sind krankgeschrieben worden, nachdem sie auf die Missstände hingewiesen hatten. Für die deutschsprachigen Leser auf den Kanaren könnte dies ein Anlass sein, sich intensiver mit den sozialen Herausforderungen und der Verantwortung gegenüber Migranten in ihrer unmittelbaren Umgebung auseinanderzusetzen.

Das Zentrum wurde von der Stiftung zur Förderung sozialer Aktionen (Fepas) betrieben, die auch für einen weiteren umstrittenen Standort auf Lanzarote verantwortlich war, der nach einer Untersuchung der Guardia Civil geschlossen wurde. Diese hatte Vorwürfe gegen Mitarbeiter erhoben, die Jugendliche bedroht und unter Druck gesetzt haben sollen. Solche Vorfälle sind nicht nur ein Schlag für das Vertrauen in die Institutionen, sondern sie verdeutlichen auch die Notwendigkeit für eine umfassende Reform im Umgang mit schutzbedürftigen Gruppen.

Die Schließung des Zentrums in Tías ist also mehr als nur ein administrativer Akt. Sie ist Teil eines größeren Bildes, das die Herausforderungen und Chancen der Migration auf den Kanaren widerspiegelt. Für die deutschsprachige Gemeinschaft könnte dies die Gelegenheit bieten, sich solidarisch zu zeigen und aktiv an Diskussionen über Integration und soziale Gerechtigkeit teilzunehmen. Die Situation der Migranten, insbesondere der unbegleiteten Minderjährigen, ist ein Thema, das alle betrifft und das dringender Aufmerksamkeit bedarf.

Hinweis: Diese Kurzmeldung wurde redaktionell aufbereitet und basiert auf öffentlich zugänglichen spanischen Quellen. Inhalte werden geprüft und verständlich zusammengefasst.

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