Über 13.000 Landwirte und Viehzüchter auf den Kanarischen Inseln profitieren von neuen Steuererleichterungen, die die spanische Zentralregierung genehmigt hat. Diese Maßnahmen, die am Montag im Amtsblatt (BOE) veröffentlicht wurden, sollen die Einkommensteuerbelastung für den primären Sektor im Jahr 2025 reduzieren. Angesichts der extremen Wetterbedingungen, die das vergangene Jahr geprägt haben, ist dies eine wichtige Unterstützung für die betroffenen Betriebe.
Die neuen Regelungen beinhalten spezifische Steuererleichterungen für verschiedene Sektoren und Kulturen, die in den kommenden Jahren voraussichtlich einen steuerlichen Einfluss von rund 23 Millionen Euro haben werden. Besonders betroffen sind die Landwirte, die das objektive Schätzungssystem, auch als Modulsystem bekannt, nutzen. Für etwa 13.200 Landwirte und Viehzüchter in der Region werden die neuen Regelungen eine spürbare Entlastung darstellen.
Das Jahr 2025 war von zahlreichen extremen Wetterereignissen gekennzeichnet, die die Ernteerträge direkt beeinflussten. Hitzewellen, Frost, starke Winde, extreme Niederschläge, Hagel und Waldbrände haben die Produktion stark beeinträchtigt. Das Ministerium für Landwirtschaft hat diese Umstände als Grundlage für die Einführung der spezifischen Steuererleichterungen angeführt. Neben den besonderen Ermäßigungen für bestimmte Sektoren bleibt eine allgemeine Senkung des Nettoeinkommens um 5 % für etwa 800.000 spanische Landwirte und Viehzüchter bestehen, die ebenfalls das Modulsystem verwenden.
Ein besonders großer Vorteil erwartet die Imker, die von einer 50-prozentigen Steuererleichterung profitieren werden – die höchste unter den neuen Maßnahmen. Auch die Schaf- und Ziegenhaltung, sowohl für die Fleisch- als auch für die Milchproduktion, erhält spezifische Ermäßigungen. Die neuen nationalen Steuererleichterungen gelten ebenfalls auf den Kanarischen Inseln und ergänzen bereits bestehende Abzüge.
Ein bedeutendes Augenmerk liegt auf dem Weinbau, insbesondere auf den Trauben mit Ursprungsbezeichnung. In 58 Gemeinden der Kanarischen Inseln werden Ermäßigungen für diese Produktion gewährt. Auch andere für die kanarische Landwirtschaft typische Kulturen wie Avocado, Mango, Papaya, Bananen, Aloe Vera, Zitrusfrüchte und Kartoffeln sind von den neuen Maßnahmen betroffen.
Zusätzlich zu den neuen Steuererleichterungen profitieren Landwirte und Viehzüchter weiterhin von bestehenden fiskalischen Mechanismen. Dazu gehört ein reduzierter Index für Betriebe, die Futtermittel und Produkte von Drittanbietern verwenden, sofern diese mehr als die Hälfte des Gesamtverbrauchs der Viehhaltung ausmachen. Eine 25-prozentige Reduzierung der Stromkosten für Bewässerungssysteme bleibt ebenfalls bestehen, nun jedoch für alle bewässerten Flächen und nicht nur für saisonale.
Die neuen Steuererleichterungen kommen zu einem besonders herausfordernden Zeitpunkt für den primären Sektor auf den Kanarischen Inseln. Steigende Kosten, klimabedingte Schwierigkeiten und Rentabilitätsprobleme belasten viele Betriebe. Diese Hilfen sollen einen Teil der finanziellen Last, die auf den Schultern der Landwirte und Viehzüchter liegt, lindern. Ein großer Teil des Sektors besteht weiterhin aus kleinen und mittelständischen Familienbetrieben, sodass jede Anpassung, die zu einer Reduzierung der Steuerlast führt, direkte Auswirkungen auf Tausende von Fachleuten in allen Inseln hat.
Quelle: tenerifeweekly.com
Zum Original