Tenerife: Humboldt-Mirador nach 1,5 Millionen Euro weiter ungenutzt auf Teneriffa (Orotava)

Tenerife: Humboldt-Mirador nach 1,5 Millionen Euro weiter ungenutzt

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Von Thomas John - Redaktion Kanaren Nachrichten

15 Mai, 2026

Der Humboldt-Mirador in La Orotava, auf der Nordseite von Teneriffa, bleibt nach einer kostspieligen Renovierung vor fast zwei Jahrzehnten in einem bedauerlichen Zustand. Die öffentliche Hand investierte 1,5 Millionen Euro, um diesen historischen Ort aufzuwerten, doch das Ergebnis ist ernüchternd: Die meisten Einrichtungen sind geschlossen und verfallen, während die versprochenen Angebote wie ein Interpretationszentrum weiterhin auf sich warten lassen.

Der Mirador, benannt nach dem berühmten deutschen Botaniker Alexander von Humboldt, zieht trotz seines verwahrlosten Zustands sporadisch Touristen und Einheimische an. Er liegt an der Cuesta de la Villa, in der Nähe der legendären Cueva de Bencomo, wo Humboldt 1799 das spektakuläre Tal mit dem Teide im Hintergrund entdeckte. Ursprünglich war dieser Ort ein beliebter Aussichtspunkt mit schattenspendenden Bäumen, Bänken und einer atemberaubenden Aussicht auf die Landschaft. Heute ist er jedoch kaum mehr als eine Ruine.

Die Umgestaltung, die mit hohen Erwartungen verbunden war, führte zu einem umstrittenen Umbau. Anstelle der malerischen Umgebung, die Besucher einst schätzten, entstand ein massiver Bau, der als Sicherheitsmaßnahme gerechtfertigt wurde. Die Anwohner und Besucher kritisieren die neue Struktur als unpassend und funktional unzureichend. Die Erwartung, dass ein Restaurant und ein Geschäft eröffnet werden würden, um den Verlust der ursprünglichen Atmosphäre auszugleichen, erfüllte sich nicht. Stattdessen bleibt der Mirador ein Ort des Stillstands, dessen ursprünglicher Charme verloren ging.

Die unteren Bereiche des Miradors sind für die Öffentlichkeit unzugänglich. Die Türen sind verriegelt, und die Fenster sind mit Holzplatten verschlossen, die teilweise beschädigt sind. Eine spektakuläre Statue von Humboldt und einige Informationsschilder sind die einzigen Überbleibsel, die den Besuchern einen Eindruck von der einstigen Bedeutung des Ortes vermitteln. Die Schilder informieren über Humboldts Reisen und die historische Bedeutung des Gebiets, doch sie können die Enttäuschung über den Zustand des Miradors nicht mildern.

Die Stadtverwaltung von La Orotava, die das Projekt einst initiiert hatte, wurde auf die Situation angesprochen. Die Verantwortlichen äußerten sich jedoch vage zu einer möglichen Wiederbelebung des Projekts. Bisher gibt es keine konkreten Pläne, um den Zustand des Miradors zu verbessern oder die versprochenen Einrichtungen zu eröffnen. Diese Unsicherheit verstärkt die Frustration unter den Anwohnern und den Touristen, die auf eine Wiederbelebung des kulturellen Erbes hoffen.

Für die deutschsprachigen Leser, die Teneriffa besuchen oder dort leben, bleibt der Humboldt-Mirador ein Mahnmal für verlorene Chancen und versäumte Gelegenheiten. Die Aussicht auf das Tal und den Teide bleibt zwar beeindruckend, doch die gescheiterte Umgestaltung wirft Fragen zur Verantwortung der Behörden auf. Der Zustand des Miradors könnte somit ein Anreiz für zukünftige Diskussionen über den Erhalt und die Pflege historischer Stätten auf den Kanarischen Inseln sein.

Quelle: eldiario.es
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Hinweis: Diese Kurzmeldung wurde redaktionell aufbereitet und basiert auf öffentlich zugänglichen spanischen Quellen. Inhalte werden geprüft und verständlich zusammengefasst.

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