In Arico, auf Teneriffa, öffnete der Umweltkomplex diese Woche seine Türen zum ersten Mal für die Öffentlichkeit anlässlich des Welt-Recycling-Tages. Die Initiative, organisiert vom Cabildo de Tenerife, zog Schulklassen, Lehrer, Fachleute und Anwohner an, die die Gelegenheit nutzen konnten, die Abläufe des wichtigsten Abfallbehandlungszentrums der Insel kennenzulernen. Hunderte von Teilnehmern nahmen an Führungen durch die Anlagen teil und beteiligten sich an verschiedenen umweltbezogenen Aktivitäten. Unter den Anwesenden waren auch Schüler und Pädagogen aus Arona und Santa Cruz de Tenerife sowie Branchenexperten.
Die Präsidentin des Cabildo, Rosa Dávila, eröffnete die Veranstaltung und betonte die Bedeutung des Recyclings und der Ressourcengewinnung in einem isolierten Gebiet wie Teneriffa. Sie wies darauf hin, dass jede nachhaltige Entscheidung direkte Auswirkungen auf die Umwelt, die Wirtschaft und die Lebensqualität hat. Dávila forderte, dass Teneriffa als Vorbild für andere Inselgebiete und ultraperiphere Regionen der Europäischen Union dienen sollte, indem moderne Behandlungstechnologien eingesetzt werden. Die aktuellen Daten zeigen einen positiven Trend: Von 2023 bis 2026 hat sich die Rückgewinnung von recycelbaren Materialien auf Teneriffa um über 50 % erhöht, insbesondere bei Papier, Karton und Kunststoffen.
Diese Fortschritte sind das Ergebnis von Verbesserungen in den Verarbeitungsanlagen und der Zusammenarbeit mit der Gemeinschaft. Eine ordnungsgemäße Abfalltrennung bleibt der entscheidende erste Schritt in der Kette. Wenn Abfälle korrekt sortiert werden, sinken die Behandlungskosten, die Qualität der recycelten Materialien steigt und die Menge des auf Deponien zu entsorgenden Abfalls nimmt ab. Vor diesem Hintergrund hat die Umweltbildung Priorität. Die Zahl der Bildungsbesuche im Umweltkomplex stieg von 55 Führungen mit 2.018 Teilnehmern im Jahr 2020 auf 111 Besuche mit 3.405 Teilnehmern im laufenden Schuljahr. Dieses Wachstum belegt das Interesse von Bildungseinrichtungen und Familien, die Infrastruktur für Recycling und Kreislaufwirtschaft auf Teneriffa zu verstehen.
Die Inselrätin Blanca Pérez hob hervor, dass solche Veranstaltungen die Transparenz in der öffentlichen Verwaltung fördern. „Das Ziel ist es, dass Bewohner, Studenten und Fachleute das Abfallmanagementmodell von Teneriffa aus erster Hand kennenlernen, in das 66 Millionen Euro investiert wurden“, erklärte sie. Alejandro Molowny, der Abfalldirektor der Insel, verwies auf den Wandel des Komplexes. „Der Umweltkomplex ist nicht mehr nur eine Behandlungsanlage; er ist ein Ressourcenzentrum“, sagte er. Nach Investitionen von über 60 Millionen Euro besteht die Herausforderung darin, wie Forschung und Bewusstsein in konkrete Lösungen für die Insel umgesetzt werden.
Ein Großteil dieser Strategie wird über das Programm „Tenerife + Sostenible“ kanalisiert, das Bildungsprojekte, Sensibilisierungsaktionen und Beteiligungsinstrumente umfasst. Ein solches Projekt ist das Mobile Klassenzimmer S’Lab, eine wandernde Einrichtung, die durch die Gemeinden tourt, um die Umweltbildung zu dezentralisieren. Durch dynamische Aktivitäten und virtuelle Führungen bietet diese Initiative den Bürgern Richtlinien für eine verantwortungsvolle Abfallbewirtschaftung. Im ersten Schuljahr zog sie fast 800 Teilnehmer an. Ein weiteres bemerkenswertes Programm ist „Aulas + Sostenibles“, das sich an Schüler der 4. Klasse der Grundschule und der 2. Klasse der Sekundarstufe richtet. Dieses Projekt führt durch Workshops, Umweltbesuche und Recycling-Behälter verantwortungsvolle Entwicklungsmodelle ein. Im Einklang mit der Agenda 2030 hat sich das Projekt von 35 Zentren im Jahr 2019 auf 90 im aktuellen Schuljahr ausgeweitet.
Zusätzlich fördert das Cabildo Maßnahmen zur Wiederverwendung. Die digitale Anwendung Truec@ ermöglicht es Nutzern, Gegenstände, die sie nicht mehr benötigen, in einem nachhaltigen Austausch eine zweite Lebensdauer zu geben. Diese App hat seit ihrer Einführung im April letzten Jahres über 700 Nutzer gewonnen und nahezu tausend Tauschvorgänge ermöglicht. Die Netzwerke der sauberen Punkte, die in mehreren Gemeinden eingerichtet wurden, sind ein weiterer wichtiger Aspekt der Strategie, um die Abfallbewirtschaftung auf Teneriffa nachhaltig zu verbessern.
Quelle: tenerifeweekly.com
Zum Original