Die Ökosteuer für den Zugang zur beliebten Masca-Schlucht auf Teneriffa sorgt für politischen Streit. Obwohl die Steuer darauf abzielt, die Besucherströme zu regulieren und Umweltschutz zu fördern, tragen die Einwohner Teneriffas knapp 40 Prozent der Kosten über ihre Steuern mit. In den ersten 17 Monaten seit Einführung summierten sich die Gesamtkosten auf etwa 1,7 Millionen Euro. Knapp 60 Prozent davon deckte die Einnahme aus der Ökosteuer, der Rest wurde aus öffentlichen Mitteln finanziert.
Täglich dürfen von Freitag bis Sonntag maximal 275 Personen die Masca-Schlucht besuchen. Für kanarische Einwohner ist der Zugang mit 3 Euro deutlich günstiger als für ausländische Touristen, die 28 Euro zahlen müssen. Einwohner sind grundsätzlich von der Gebühr befreit. Dieses System soll einerseits den Naturschutz fördern und andererseits zur Finanzierung der Verwaltung und Instandhaltung der Schlucht beitragen.
Der Sprecher der PSOE im Cabildo von Teneriffa, Aarón Afonso, kritisiert die aktuelle Ausgestaltung der Ökosteuer scharf. Er sieht darin keine echte Tourismus-Ökosteuer, da ein erheblicher Teil der Kosten weiterhin aus Steuergeldern finanziert wird. Auf einer Sitzung des Cabildos am Freitag wurde eine zusätzliche Summe von 100.000 Euro für die öffentliche Gesellschaft Tragsa bereitgestellt, die den Service in Masca verwaltet. Die Verwaltungskosten für den Zeitraum von Juli 2024 bis November 2025 werden auf rund 1,9 Millionen Euro geschätzt.
Die lokale Regierung verteidigt das System als notwendigen Beitrag der Besucher zur Regulierung des Zugangs zu einem der meistbesuchten Naturziele Teneriffas. Dennoch bemängelt die PSOE, dass die Einnahmen von etwa einer Million Euro nicht ausreichen, um alle Ausgaben zu decken. Die Differenz wird durch öffentliche Mittel aufgebracht, was letztlich die Steuerzahler auf der Insel belastet. Afonso bezeichnet die Gebühren als „private Preise“ und nicht als eine Ökosteuer im eigentlichen Sinn, die den Umwelteinfluss des Tourismus kompensieren soll.
Die PSOE schlägt vor, eine echte Ökosteuer einzuführen, die nicht nur den Zugang zur Masca-Schlucht regelt, sondern auch nicht ansässige Touristen pro Übernachtung in lokalen Unterkünften belastet. Mit den daraus generierten Einnahmen könnten verschiedene Projekte finanziert werden, darunter die Verwaltung der Masca-Schlucht, der Schutz weiterer Naturräume und der Ausbau der touristischen Infrastruktur. Dieses Modell würde die finanzielle Last von den Einwohnern nehmen.
Das derzeitige System deckt lediglich etwa 60 Prozent der Kosten durch die Ökosteuer ab, während die restlichen 40 Prozent aus dem Cabildo-Haushalt kommen. Für Bewohner Teneriffas bedeutet dies, dass sie indirekt über ihre Steuern an der Finanzierung beteiligt sind, obwohl sie von der Gebühr selbst befreit sind. Die Debatte zeigt die Herausforderungen bei der Balance zwischen Naturschutz, Tourismusmanagement und fairer Kostenverteilung auf der Insel.
Für Urlauber und Auswanderer auf den Kanaren ist die Masca-Ökosteuer eine wichtige Neuerung, die den Zugang zum beliebten Naturziel regelt. Die Differenzierung der Preise zwischen Einheimischen und Ausländern soll einerseits Anreize für den lokalen Tourismus schaffen, andererseits eine nachhaltige Besucherzahl sicherstellen. Die Diskussion um eine umfassendere Ökosteuer könnte jedoch zu weiteren Änderungen führen, die auch Auswirkungen auf Übernachtungskosten und touristische Angebote auf Teneriffa haben könnten.
Quelle: tenerifeweekly.com
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